Aus den Kliniken

Interventionelle Radiologie bietet neues Verfahren gegen Gelenkschmerzen

03.04.2025 - Ein Gelenkersatz gibt den Betroffenen normalerweise viel Lebensqualität zurück. Das war auch die Hoffnung von Jennifer Niemann, die in ihrer norddeutschen Heimat ein solches künstliches Gelenk im Knie implantiert bekam.

Leider verlief alles anders als erhofft. Nach der Operation kam es zu einer unkontrollierten Bildung von Narbengewebe entlang der Gelenkkapsel. Diese gefürchtete Komplikation wird Arthrofibrose genannt und sorgt für Bewegungseinschränkungen und vor allem für Schmerzen, die einen normalen Alltag undenkbar machen. Nachdem andere Maßnahmen wie Physiotherapie und eine erneute Operation nicht geholfen haben, wurde die 46-Jährige auf ein neues Verfahren aufmerksam, das in der Raphaelsklinik und dem Clemenshospital in Münster angewendet wird.

Hierbei handelt es sich um einen interventionell-radiologischen Behandlungsansatz, bei dem gezielt um das betroffene Gelenk herum krankhaft neu gebildete Gefäße vorübergehend verschlossen werden. „In der Darstellung der Gefäße, der Angiographie, konnten wir bei der Patientin eine deutliche Zunahme und Neuausbildung feinster Blutgefäße um die Knieprothese erkennen, ein klares Zeichen für einen chronischen Entzündungsprozess und die wahrscheinliche Ursache der Schmerzen,“ wie Max Fallscheer, Assistenzarzt im Zentrum für Radiologie des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik, erläutert. Nach Vorstellung der Patientin in der extra hierfür eingerichteten Sprechstunde der Radiologie und gemeinsamer Besprechung entschied man sich, das neue Verfahren, das in den beiden Kliniken der Alexianer in Münster angewendet wird, einzusetzen.

Bei der sogenannten transarteriellen, periartikulären Embolisationtherapie (TAPE) wird nach lokaler Betäubung über die Leistenschlagader ein haarfeiner Katheter bis in die kleinsten Arterien um das schmerzhafte Gelenk vorgeschoben. Am Zielort werden dann winzige und wieder auflösbare Partikel abgegeben, die dafür sorgen, dass die krankhafte, entzündungsbedingte Mehrdurchblutung gezielt vermindert wird. „Die Entzündung geht hiernach zurück und wir erreichen zumeist eine deutliche Schmerzreduktion“, ergänzt Dr. Marga Kaiser, leitende Oberärztin des Zentrums.

Das neue Verfahren wird insbesondere dort eingesetzt, wo Gelenkschmerzen trotz aller Therapieversuche anhalten. „Bei der Behandlung chronisch entzündlicher Erkrankungen der Gelenke, Sehnenansatz-Entzündungen wie Fersensporne oder Tennisarm, Arthrose sowie schmerzhaften Gelenkprothesen ohne mechanische Ursache konnte die TAPE in unterschiedlichen Studien eine deutliche Schmerzreduktion und Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit zeigen“, erläutert Prof. Dr. Johannes Wessling, Leiter und Chefarzt des Zentrums. 

Allerdings, so betonen die Experten, handelt es sich hierbei um eine gezielte Form der Schmerztherapie, gegen die eigentliche Ursache der Erkrankung wirkt der Eingriff zunächst nicht.

Er ebnet jedoch den Weg für eine gezielte Therapie: „Nach drei Wochen waren die Schmerzen vollständig verschwunden. Jetzt kann ich viel effektiver mit der Physiotherapie arbeiten. Ich habe das Gefühl, den Alltag wieder besser bestreiten zu können. Es ist ein ganz neues Lebensgefühl“, freut sich Jennifer Niemann über den Erfolg der Methode.

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