Wissenschaftspreis 2025 geht an Neuroradiologen aus dem Neurovaskulären Zentrum der Sana Kliniken Duisburg
25.03.2025 - Zum Sana Strategieforum in Berlin wurde Dr. Dominik Grieb, leitender Oberarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, und Dr. Frederik Boxberg, Oberarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, der diesjährige Wissenschaftspreis verliehen.
Die Experten aus den Sana Kliniken Duisburg haben erforscht, inwiefern die mechanische Entfernung von Blutgerinnseln, die Thrombektomie, auch für Patienten mit Verschlüssen mittelgroßer und kleiner Hirnarterien sicher und effektiv ist. Für große Hirnarterienverschlüsse ist diese Methode seit vielen Jahren etabliert.
Durch ihre Forschung haben die Neuroradiologen einen großen Beitrag zur Datenlage der modernen Schlaganfalltherapie geleistet. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. In 25 bis 40 Prozent der Fälle sind kleine oder mittelgroße Hirnarterien betroffen. Verschlüsse dieser Gefäße führen dennoch bei Patienten nicht selten zu erheblichen neurologischen Beeinträchtigungen. Somit können die Ergebnisse aus Duisburg einen großen Einfluss auf die Patientenversorgung und die Verbesserung der Selbstständigkeit sowie die Lebensqualität der Betroffenen nach einem Schlaganfall haben.
Chief Operating Officer Dr. Jens Schick beglückwünscht das diesjährige Gewinnerteam: „Mit dem Wissenschaftspreis möchten wir die Arbeit der forschenden Ärzte unterstützen und anerkennen. Das Forschungsprojekt der beiden Experten aus den Sana Kliniken Duisburg verbessert die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Und das ist eines der wichtigsten Kriterien für die Auswahl durch unsere Jury.“
Thrombektomie ist „Goldstandard“ für die Akuttherapie bei Schlaganfällen
Die Effektivität und Zuverlässigkeit der Thrombektomie großer Hirnarterienverschlüsse ist wissenschaftlich bereits sehr gut belegt. Der Eingriff ist minimalinvasiv und somit schonend für die Patienten. Neuroradiologen bringen einen dünnen Schlauch – den Katheter – über den Arm oder die Leiste in das Gefäßsystem ein und führen diesen bis an den Thrombus heran. Je nach Lage und Größe des Gerinnsels kann dies dann entweder über den Katheter abgesaugt oder mit Hilfe eines Fangnetzes, Ärzte sprechen von einem Stent-Retriever, entfernt werden. Der Eingriff stellt so die Durchblutung des Gehirns wieder vollständig her.
Die Methode ist mittlerweile der „Goldstandard“, das heißt die Therapie der Wahl, für die Behandlung von Blutgerinnseln in Gehirngefäßen. Insbesondere die Kombination mit der Thrombolyse zur medikamentösen Auflösung eines Thrombus erzielt die bestmöglichen Wiedereröffnungsraten der verschlossenen Hirngefäße.
Studien aus Duisburg belegen Nutzen für mehr Patienten
Die Fachwelt beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv damit, wann und bei welchen Patienten die Thrombektomie effektiv ist. Daran knüpft die Arbeit aus dem Neurovaskulären Zentrum in Duisburg an. Schon frühzeitig wurden dort Patienten mit Verschlüssen mittelgroßer und kleiner Gefäße in ausgewählten Gehirnregionen minimalinvasiv behandelt. Dabei setzten die Neuroradiologen vorrangig die Technik der Aspirationsthrombektomie ein. Bei dieser Methode wird der Thrombus mithilfe einer Pumpe, die einen starken Unterdruck erzeugt, direkt an die Katheterspitze angesaugt (aspiriert) und mit dem Katheter aus der Hirnarterie gezogen. „Die Studien aus Duisburg zeigen, dass die Aspirationsthrombektomie kleiner und mittelgroßer Hirnarterienverschlüsse auch im hinteren Gefäßsystem des Gehirns technisch gut durchführbar, sicher und effektiv ist”, fassen Dr. Grieb und Dr. Boxberg zusammen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Experten in mehreren renommierten internationalen Zeitschriften.
Wichtige Kriterien: Fortschritt für die Patientenversorgung und Innovationskraft
Der Wissenschaftspreis wird seit 2009 verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Für die Bewertung prüft das Expertengremium insbesondere den Fortschritt für die Patienten sowie für das Forschungsgebiet. Auch die Innovationskraft und die Einordnung des Projekts im internationalen Vergleich stehen auf der Bewertungsliste für die Gutachter. Sana würdigt damit Arbeiten aus klinischer Forschung, Versorgungs-, Pflege- oder Grundlagenforschung.