Gesundheitsökonomie

Interdisziplinäres Allergiezentrum: Universität München und Kliniken arbeiten zusammen

28.02.2011 -

Interdisziplinäres Allergiezentrum - die Universität München arbeitet mit Kliniken zusammen. Beim einzelnen Patienten manifestiert sich „eine Allergie“ nicht selten an verschiedenen Orten. Das interdisziplinäre Allergiezentrum der Universität München (LMU) verfolgt zwei Ziele: Zum einen die organbezogene Spezialisierung der Medizin durch übergreifende Zusammenarbeit zugunsten des Patienten aufzuheben, zum anderen Allergiekrankheiten interdisziplinär zu erforschen, um neue Lösungsansätze für die Therapie zu finden. Für Patienten wird zudem eine zentrale Telefonnummer als Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet.

Die bisher erarbeiteten Forschungsergebnisse und Methoden sowie die Kooperation bei der studentischen Ausbildung und Weiterbildung der Assistenzärzte manifestieren sich im Interdisziplinären Allergiezentrum.

Die Zahl der Allergiepatienten hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht, die Ursachen dafür sind jedoch bisher nur ansatzweise bekannt. So ist davon auszugehen, dass bei mindestens 30 % der Bevölkerung eine Allergiekrankheit besteht.

Der Begriff Allergie bezeichnet eine von der Norm abweichende Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf an sich meist harmlose Substanzen der Umwelt. Die manchmal dramatische Ausmaße annehmenden Krankheitserscheinungen, können an vielen Organsystemen auftreten. Haut und Schleimhäute (z. B. von Nase, Darm, Bronchien) sind als Kontaktflächen zur Umwelt das Einfallstor der Substanzen und daher besonders häufig betroffen. Die daraus resultierende „unsichtbare Behinderung“ darf angesichts der hohen prozentualen Verbreitung sowie der daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Folgen nicht verharmlost werden.

Versorgung allergiekranker Patienten am Klinikum

In den sechs Kliniken, durch das Interdisziplinäre Allergiezentrum repräsentiert, wurden bisher jährlich etwa 10.000 allergiekranke Patienten behandelt. Die Behandlungsschwerpunkte sind:

  • Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin: 650 Patienten mit Atemwegs-, Kontakt- oder Nahrungsmittelallergien
  • Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital: 1.100 Patienten mit Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Ekzemen und Nahrungsmittelallergien
  • Dermatologische und Allergologische Klinik: 4.800 Patienten mit Kontaktallergien, Anaphylaxie auf Insektengift, Nahrungsmittel oder Arzneimittel, Urtikaria, Ekzemen, Neurodermitis, Heuschnupfen, Implantatunverträglichkeiten
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde: 750 Patienten mit allergischer Rhinitis und Erkrankung der Nasennebenhöhlen, Rhinoconjunctivitis allergica, oralem Allergiesyndrom, Samter-Trias, Durchführung von Chonchtotmien bei Vergrößerung der Nasenschwellkörper
  • Pneumologie, Medizinische Klinik Innenstadt: 2.900 Patienten mit Asthma bronchiale, Allergiekrankheit bei Mukoviszidose und weiteren allergischen Lungenerkrankungen
  • Pneumologie, Medizinische Klinik I: 1500 Patienten mit Asthma bronchiale, exogene allergische Alveolitis, berufsbezogene Atemwegsallergien.

Für die Diagnostik stehen alle modernen Verfahren vom Hauttest über Labormethoden zur Untersuchung von Körperflüssigkeiten und Immunzellen bis hin zu Provokationstests an verschiedenen Organen zur Verfügung. Therapeutisch verfügt das Interdisziplinäre Allergiezentrum über alle aktuellen Methoden zum Management von Allergiekrankheiten.

Alle zwei Wochen finden Fallkonferenzen statt, auf denen die Experten der beteiligten Kliniken fachübergreifend über die bestmögliche Versorgung der Patienten beraten. Die Beratung findet unabhängig vom Behandlungsart des Patienten statt. Damit können unter anderem Doppeluntersuchungen vermieden sowie Behandlungsabläufe beschleunigt werden. Von neuen Erkenntnissen profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch die niedergelassenen Fachärzte werden mit einbezogen und über Fortschritte informiert. Dadurch soll das Expertenwissen auch außerhalb des Allergiezentrums verbreitet und angewendet werden.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsergebnisse werden von den sechs Kliniken in die Diagnostik und Therapie des Interdisziplinären Allergiezentrums eingebracht. Dazu gehören u. a. die Epidemiologie von Risikofaktoren für allergische Erkrankungen, Expositionsstudien, Allergogenetik, oder auch die Erforschung chronischer entzündlicher nasaler Erkrankungen.

Struktur des Interdisziplinären Allergiezentrums

Die Einrichtungen des Zentrums befinden sich am Campus Großhadern und am Campus Innenstadt. Obwohl zwischen den einzelnen Kliniken eine räumliche Distanz liegt, ist die Versorgung der Patienten etabliert und eingespielt. Mittelfristig wird eine zentrale Einheit angestrebt, um ein Angebot aller Leistungen der Patientenversorgung zu schaffen und Einrichtungen der wissenschaftlichen Forschung anzugliedern.

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