Klimawandel hat Auswirkungen auf Gesundheit
Hitze, Dürren, neu auftretende Infektionskrankheiten – der Klimawandel wirkt sich empfindlich auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt aus.

Um diese Zusammenhänge im Sinne eines One-Health-Ansatzes besser zu erforschen und die Resilienz gegenüber klimabedingten Stressoren zu erhöhen, ist internationale Zusammenarbeit essenziell. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) haben dazu heute die „SfF2026 Declaration on Climate, Health and Biodiversity“ unterzeichnet. Darin bekräftigen beide Akademien ihre Zusammenarbeit in der Erforschung klimabedingter Gesundheitsrisiken und sprechen sich für den dafür nötigen gleichberechtigten Austausch von Daten und verantwortungsvollen Umgang mit modernen Technologien aus.
Beide Akademien betonen, dass die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Umwelt und Gesundheit noch besser verstanden werden müssen, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Dazu zählt nicht nur die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen wie Hitze und Überschwemmungen, sondern auch der Umgang mit Ernährungssicherheit und Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können. Einerseits begünstigen veränderte klimatische Bedingungen die Ausbreitung solcher Zoonosen: Krankheitserreger und ihre Überträger wie Mücken können sich zunehmend auch in gemäßigten Klimazonen etablieren. Andererseits erhöhen menschliche Eingriffe in Ökosysteme die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen enger mit Wildtieren und ihren Erregern in Kontakt kommen. Dadurch steigt auch das Risiko, dass neuartige Zoonosen entstehen.
Internationale Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Technologien kann entscheidend dazu beitragen, klimawandelbedingte Gesundheitsrisiken abzumildern. Leopoldina und CAS bekräftigen deshalb in der „SfF2026 Declaration“ ihre Zusammenarbeit und zeigen auf, welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Künstliche Intelligenz kann beispielsweise bei der Risikomodellierung und der Verbesserung von Frühwarnsystemen unterstützen. Solche modernen Technologien benötigen aber verbindliche ethische und rechtliche Standards sowie faire Zugangs- und Nutzungsbedingungen. Auch Forschungsdaten sollten international gleichberechtigt zugänglich und nutzbar sein. Beide Akademien sprechen sich deshalb für eine wechselseitige Nutzung von Forschungsdaten und die gemeinsame Weiterentwicklung moderner Technologien aus. Leopoldina und CAS betonen zudem die Bedeutung wissenschaftlicher Unabhängigkeit und Integrität und unterstreichen die Notwendigkeit transparenter, evidenzbasierter Politikberatung.
Die „SfF2026 Declaration on Climate, Health and Biodiversity“ ist in englischer Sprache erschienen und auch in einer deutschsprachigen Arbeitsübersetzung unter folgendem Link abrufbar: www.leopoldina.org/sff-declaration
Die „SfF2026 Declaration on Climate, Health and Biodiversity“ wurde von Leopoldina-Präsidentin Bettina Rockenbach und CAS-Präsident Jianguo Hou im Rahmen der dritten Science for Future-Konferenz unterzeichnet, die heute und morgen in Peking/China unter dem Titel „The Interconnectedness of Climate and Health: Approaches from China and Germany“ stattfindet. Weitere Informationen: www.leopoldina.org/sff
Die Leopoldina unterhält enge Kontakte zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Die Förderung des Austauschs zwischen den wissenschaftlichen Communities beider Länder ist Ziel der Kooperation, beispielsweise im Rahmen gemeinsamer Fachsymposien. Außerdem engagiert sich die Leopoldina gemeinsam mit chinesischen Partnern in der internationalen Politikberatung, unter anderem im Rahmen der Erarbeitung von Stellungnahmen für die G20-Gipfel. Im Jahr 2018 haben beide Akademien die Initiative „Science for Future“ mit dem Ziel ins Leben gerufen, die wichtige Rolle der Grundlagenforschung für die Gesellschaft hervorzuheben: https://www.leopoldina.org/aufgaben/vernetzen/globale-partner/china
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