Sabine Gairing ist neue Chefärztin im GLG Martin Gropius Krankenhaus
Mit neuen Impulsen und einer klaren Vision für die psychische Gesundheit junger Menschen startet das GLG Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde in eine neue Ära.

Zum 15. Februar hat Sabine Gairing die Position der Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie übernommen. Sie folgt auf Prof. Hubertus Adam, der die Klinik über Jahre hinweg prägte und im Januar in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Symbolisch wurde der Staffelstab bereits im Januar bei der offiziellen Verabschiedung von Prof. Hubertus Adam überreicht, in dieser Woche erfolgte die offizielle Über-gabe: Sabine Gairing ist die neue Chefärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Martin Gropius Krankenhaus. Mit der Berlinerin gewinnt das GLG Martin Gropius Krankenhaus eine hochkarätige Medizinerin, die auf Stationen an den renommiertesten Häusern der Region zu-rückblickt. Zuletzt war sie zwei Jahre als Oberärztin am Universitätsklinikum Neuruppin tätig. Zuvor sammelte sie weitreichende Erfahrungen am Helios Klinikum Berlin-Buch sowie an der Berliner Charité.
Ein besonderer Meilenstein ihrer Karriere ist der Aufbau der Kinderschutzambulanz an der Charité. Diese Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche, bei denen der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht, fehlen bisher in Brandenburg. Sie übernehmen eine wichtige Funktion für betroffene Kinder und Jugendliche durch fachübergreifende Diagnostik, verlässliche Dokumentation und eine enge Vernetzung der beteiligten Institutionen. Sabine Gairing hat sich in einer Landesarbeits-gemeinschaft aktiv dafür eingesetzt, dass Kinderschutzambulanzen bald in Eberswalde, Potsdam, Neuruppin und Lauchhamer entstehen. So gesehen bringt sie nun ihr eigenes Projekt mit ins Gropius Krankenhaus, um die Versorgungssicherheit für gefährdete Kinder in der Region weiter zu stärken. Am 24. April soll die neue Kinderschutzambulanz am GLG Werner Forßmann Klinikum offiziell eingeweiht werden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der KiJu und der Kinderklinik am Forßmann in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern Barnim, Uckermark und Märkisch-Oderland. In einem geschützten Rahmen werden die Kinder und Jugendlichen mit ihren Betreuungspersonen von einem multiprofessionellen Team, bestehend aus Fachärztinnen und Fachärzte für Kinderheilkunde und Kinder- und Jugendpsychiatrie, einer Kinderschutzkoordinatorin sowie weiteren Fachkräften befragt und medizinisch versorgt. Darüber hinaus werden Verletzungen gerichtsfest dokumentiert, ohne junge Menschen durch mehrfache Untersuchungen zusätzlich zu traumatisieren. Durch standardisierte Abläufe wird sichergestellt, dass die notwendigen Hilfsmaßnahmen für die Kinder und Jugendlichen in enger Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt sofort eingeleitet werden.
Schnelle Hilfsangebote um große Krisen zu vermeiden
„Derartige ambulanten Strukturen sind wichtig, um früher agieren zu können“, sagt Sabine Gairing und erklärt: „Besser wir behandeln früh kleine Krisen als später größere Krisen, die sich aus den kleinen entwickelt haben. Jedes Hilfsangebot schafft auch gleichzeitig mehr Möglichkeiten. “ Hier sieht sie die Eberswalder KiJu bereits sehr gut aufgestellt. „Stationäre und ambulante Angebote sowie die speziellen Sprechstunden: Die Struktur der Klinik war ein Hauptgrund, warum ich mich zu einem beruflichen Wechsel entschieden habe.“ Wie überall im Land sind die Plätze in den Kliniken auch im Gropius Krankenhaus begrenzt. Die Nachfrage wächst zudem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie stetig. Ein Ausbau der Angebote ist wichtig, auch um die Zeit sinnvoll zu nutzen, die zwischen Bedarfsmeldung und tatsächlicher Aufnahme in beispielsweise ein stationäres Setting vergeht. „Ich möchte die Zahl unserer Ambulanzen weiter erhöhen, um der stetig steigenden Patientenzahl gerecht zu werden“, plant die neue Chefärztin der KiJu, die gerne ganzheitlich arbeitet. So soll es auch ein weiteres Angebot für Eltern mit psychischer Belastung geben und der Austausch mit Schulen und Jugendämtern weiter intensiv fortgeführt werden. Dabei folgt sie ihrem Credo: „Jede Investition in die kindliche Entwicklung ist wichtig für den späteren Wohlergehen einer Gesellschaft.“
„Mit Sabine Gairing gewinnen wir eine ausgewiesene Expertin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, welche nicht nur über viel Erfahrung bei der Behandlung der jungen Patienten verfügt, sondern auch aktiv an der Entwicklung ambulanter Strukturen und eines Netzwerkes mitgewirkt hat“, freut sich GLG-Geschäftsführerin Dr. Steffi Miroslau auf die weitere Zusammenarbeit. Ein weiteres Projekt, auch um die Struktur weiter zu optimieren, soll eine gemeinsame Station der KiJu mit der Erwachsenenpsychiatrie im Gropius Krankenhaus werden. Aktuell findet ein harter Schnitt in der Versorgung ab 18 Jahren statt und psychisch belastete Jugendliche müssen sich auf ein neues Umfeld und an neue Bezugspersonen gewöhnen. „Mit dem Schritt ins Erwachsenenleben machen 18-Jährige eine spannende Lebensphase durch, bei der eine Betreuung längerfristig absolut sinnvoll ist, um sie beispielsweise beim Einstieg ins Berufsleben begleiten zu können “, meint Sabine Gairing und zitiert abschließend aus dem finnischen Kinderbuch Onneli und Anneli von Marjatta Kurenniemi: „Die Zukunft der Welt hängt davon ab wie es den Kleinsten geht.“ Einen Zusatz würde die neue Eberswalder Chefärztin allerdings noch anfügen: „Den Kleinsten und den Jugendlichen!“
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