04.11.2026 • News

Adolf-Windorfer-Preis für Dr. Christine H. Rumpf

Für ihre Forschungen zu der schleim-bildenden Form des Bakteriums Staphylococcus aureus bei Menschen mit Mukoviszidose zeichnete der Mukoviszidose e.V. Dr. Christine H. Rumpf von der Universität Münster mit dem Adolf-Windorfer-Preis 2026 aus.

Dr. Christine H. Rumpf
Dr. Christine H. Rumpf
© Fotozentrale, Universitätsklinikum Münster

Wie häufig kommt eine schleim-(Biofilm)-bildende Form des Bakteriums Staphylococcus aureus bei Menschen mit Mukoviszidose vor – und welche Bedeutung hat sie für die Lungengesundheit? Diesen Fragen ist Dr. Christine H. Rumpf von der Universität Münster gemeinsam mit einem Forscherteam in einer klinischen Studie nachgegangen. Für die daraus entstandene Publikation „Mucoid Staphylococcus aureus: A Clinical Trial of Its Prevalence and Association with Lung Function in People with Cystic Fibrosis“, veröffentlicht im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, zeichnet der Mukoviszidose e.V. Rumpf mit dem Adolf-Windorfer-Preis 2026 aus.

Schleimbildende Bakterien als möglicher Risikofaktor

Staphylococcus aureus (S. aureus) gehört zu den Bakterien, die häufig in den Atemwegen von Menschen mit Mukoviszidose nachgewiesen werden. Bestimmte Stämme können eine schleimige (Biofilm-)Schutzschicht bilden und eine mukoide Wachstumsform entwickeln, die sie unter anderem vor dem Immunsystem und Antibiotika schützen kann. Während für Pseudomonas aeruginosa (P. aeruginosa) seit langem bekannt ist, dass es mukoide Varianten gibt, die einen negativen Einfluss auf die Lungenfunktion haben, wurde dies für S. aureus bisher wenig untersucht. Entsprechend wusste man bislang nicht, wie häufig solche Varianten bei S. aureus in den Atemwegen von Menschen mit Mukoviszidose auftreten und welche klinische Bedeutung sie haben.

Studie mit 628 Menschen mit Mukoviszidose an 13 CF-Zentren

Die ausgezeichnete Publikation liefert hierzu neue epidemiologische und klinische Daten. An der Studie nahmen 628 Menschen mit Mukoviszidose aus 13 CF-Zentren teil. Bei 9,1 % der Teilnehmenden mit nachgewiesenem S. aureus fanden die Forscher mukoide Stämme – deutlich häufiger als bislang aus der Literatur bekannt. In der weiteren Analyse zeigte sich über alle untersuchten Personen hinweg zunächst kein signifikanter Unterschied in der Lungenfunktion. In bestimmten Gruppen ergaben sich jedoch Hinweise auf eine schlechtere Lungenfunktion bei Menschen mit mukoidem S. aureus, insbesondere bei Menschen mit Mukoviszidose ohne P. aeruginosa und bei weiblichen Studienteilnehmerinnen. Die Ursachen dieser Beobachtungen sind noch unklar und Gegenstand weiterer Forschung. Die Ergebnisse unterstreichen zugleich die Bedeutung eines gezielten mikrobiologischen Nachweises, da mukoide S. aureus-Stämme mit Standardverfahren übersehen werden können und häufiger Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika zeigten. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) würdigte die Publikation bereits als „Aktuelles Highlight der Infektionsprävention und Klinischen Mikrobiologie“.

Nachwuchsforschung und Mentoring als Grundlage der Arbeit

Dr. Christine H. Rumpf ist Diplom-Ingenieurin (FH) mit dem Schwerpunkt Chemie und Biologie und arbeitet seit 2021 in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Barbara C. Kahl am Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster. Im Juli 2025 wurde sie an der Universität Münster promoviert. Seit 2023 leitet sie ein vom Mukoviszidose e.V. gefördertes Nachwuchsforschungsprojekt zu mukoidem S. aureus und dessen Bedeutung für die Lungenerkrankung bei Mukoviszidose. Aus Arbeiten in diesem Forschungszusammenhang ist auch die nun ausgezeichnete Publikation hervorgegangen.

Eine wichtige Wegbereiterin der Forschung ist Prof. Dr. med. Barbara C. Kahl. Sie legte den Grundstein für die Arbeiten zu mukoidem S. aureus, führte Dr. Rumpf in die CF-Mikrobiologie ein und begleitete ihre wissenschaftliche Entwicklung und Promotion als Mentorin. Professorin Kahl, die seit dem 1. August 2026 im Ruhestand ist, jedoch weiterhin Forschungsaufgaben innehat, hat damit wesentlich dazu beigetragen, das Forschungsfeld und die nun ausgezeichnete Publikation auf den Weg zu bringen.

Der Adolf-Windorfer-Preis

Den mit 5.000 Euro dotierten Adolf-Windorfer-Preis vergibt der Mukoviszidose e.V. einmal jährlich für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Erforschung und Therapie der Mukoviszidose. Finanziert wird der Preis im jährlichen Wechsel von den regionalen Selbsthilfegruppen und Landesverbänden des Bundesverbands; 2026 zeichnet hier der Mukoviszidose e.V. Aachen verantwortlich. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Deutschen Mukoviszidose Tagung am 27. November 2026 in Bielefeld statt.

Kontakt zum Anbieter







Entlassmanagement

Entlassmanagement
Patientenversorgung

Entlassmanagement

Was passiert nach dem Krankenhausaufenthalt? Studien, Hintergrundberichte und Interviews zum Thema

Online Special IT

M&K-ekompakt - Ihr online Special zur IT im Krankenhaus
IT im Krankenhaus

M&K-ekompakt - Ihr online Special zur IT im Krankenhaus

Inspirierende Stories, exklusive Interviews und die neuesten Trends aus der digitalen Gesundheitswelt

Meist gelesen