23.04.2021 • News

BDL: Unterentwickeltes Infektionsmonitoring in der COVID-19-Pandemie

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) kritisiert, dass es auch nach gut einem Jahr COVID-19-Pandemie keine einheitlichen Standards für die Datenübermittlung von den testenden medizinischen Laboren an die Gesundheitsämter gibt. Trotz des mittlerweile bundesweit etablierten Deutschen Elektronischen Meldesystems für den Infektionsschutz (DEMIS) müssten zudem bestimmte Daten noch immer gefaxt werden.

Wiley, Getty Images, Antikörper
Wiley, Getty Images, Antikörper

Bei lokalen Ausbruchsgeschehen verlangten Gesundheitsämter mittlerweile auch die Übermittlung negativer Testergebnisse, was jedoch im DEMIS bisher nicht möglich sei. Hierfür kämen stattdessen, ebenso wie für die Übertragung der Daten neuer Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2, mangels technischer Alternativen häufig Faxgeräte zum Einsatz. Aus der Sorge um den Patientendatenschutz stellten medizinische Labore den Gesundheitsämtern mittlerweile eigene Auskunftsportale zur Verfügung. Die Gesundheitsämter hätten ihrerseits kommunale Insellösungen programmiert, um mit der Schwerfälligkeit der etablierten DEMIS- und SORMAS-Strukturen umzugehen.

„Von bundesweit einheitlichen, sicheren Dateninfrastrukturen ist Deutschland beim Infektionsschutz nach wie vor weit entfernt“, konstatiert der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. Die diesbezüglichen Anstrengungen müssten dringend intensiviert werden. Unterentwickelte technische Infrastrukturen und Insellösungen in den Kommunen trügen entscheidend dazu bei, dass die Infektionsdaten an den Wochenenden unvollständig blieben und das Infektionsmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) hinter dem technisch Machbaren zurückstehe.

„Uns Laborärzte ärgert es auch, dass wir bei der Befundübermittelung sowohl an die Gesundheitsämter als auch für die Corona-Warn-App auf Kosten sitzenbleiben, die wir nicht verursacht haben“, so Bobrowski abschließend.

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