Der Mensch steuert, die Technik unterstützt
Präzision aus Menschenhand: Das Klinikum Wolfsburg startet robotische Chirurgie.

Das Klinikum Wolfsburg setzt konsequent auf moderne Medizin: Mit dem Operationssystem „da Vinci“ erweitert das Haus sein Spektrum in der minimalinvasiven Chirurgie und bündelt die roboterassistierten Eingriffe künftig in einem neuen Zentrum für robotische Chirurgie. Unter dessen Dach arbeiten die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Urologie sowie die Frauenklinik/Gynäkologie fachübergreifend zusammen. Die ärztliche Leitung des Zentrums übernimmt Prof. Dr. med. Florian Fuller, seit Jahresbeginn neuer Chefarzt der Klinik für Urologie.
„Robotische Chirurgie bedeutet nicht, dass ein Roboter selbstständig operiert“, betont Prof. Fuller. „Jeder Eingriff wird vollständig von einem hochqualifizierten Chirurgen gesteuert. Der Roboter übersetzt die Bewegungen der Ärztin oder des Arztes lediglich extrem präzise – frei von Zittern, mit maximaler Feinheit und in Echtzeit und bei einem optisch deutlich vergrößerten Sichtbereich für den Operateur.“
Hochauflösende Sicht, millimetergenaue Bewegungen
Das da Vinci-System besteht aus einer Konsole, an der der Operateur sitzt, und einer patientenseitigen Einheit mit mehreren Roboterarmen, die die Operationsinstrumente halten. Über ein hochauflösendes, bis zu zehnfach vergrößertes 3D-Bild des Operationsfeldes steuert der Chirurg die Instrumente millimetergenau. Unwillkürliche Bewegungen der Hände werden technisch ausgeglichen und die Bewegungen sogar skaliert – ein Vorteil insbesondere bei filigranen Eingriffen an Nerven, Gefäßen oder im Beckenbereich.
„Die Technik erweitert unsere chirurgischen Möglichkeiten erheblich“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Alina Dahmen, Medizinische Direktorin des Klinikum Wolfsburg. „In allen Organgebieten – etwa bei komplexen Tumoroperationen – profitieren Patientinnen von der hohen Präzision, der besseren Sicht der Operateure und den besonders gewebeschonenden Eingriffen.“
Weniger Schmerzen, schnellere Erholung
Für Patientinnen und Patienten bringt die roboterassistierte minimalinvasive Chirurgie zahlreiche Vorteile: kleinere Schnitte, weniger Blutverlust sowie oftmals geringere Schmerzen nach der Operation und meist eine schnellere Mobilisierung. Der Krankenhausaufenthalt kann sich verkürzen und die Rückkehr in den Alltag erfolgt häufig früher als nach Operationen mit größeren Schnitten.
Zum Einsatz kommt der OP-Roboter im Klinikum Wolfsburg insbesondere bei urologischen Eingriffen wie Prostata- und Nierenoperationen, viszeralchirurgischen Operationen an Darm, Magen, Leber oder Bauchspeicheldrüse sowie bei gynäkologischen Eingriffen wie Gebärmutteroperationen, Myomentfernungen oder onkologischen Behandlungen.
Neues Zentrum stärkt interdisziplinäre Zusammenarbeit
Mit dem neuen Zentrum für robotische Chirurgie verfolgt das Klinikum einen klaren strategischen Ansatz. Es bündelt Expertise, steigert die Qualität weiter und bietet Patientinnen und Patienten modernste Medizin aus einer Hand.
Zentrumsleiter Prof. Fuller unterstreicht zudem: „Die Technik allein macht noch keine gute Medizin. Entscheidend sind Erfahrung, Ausbildung und Teamarbeit. Genau das bringen wir im Zentrum für robotische Chirurgie zusammen.“
Die Anschaffung und Inbetriebnahme des neuen Operationssystems ermöglichte die Stadt Wolfsburg, die Trägerin des Klinikums ist. Für Oberbürgermeister Dennis Weilmann eine wichtige strategische Entscheidung: „Es ist es unser Anspruch, die medizinische Versorgung in der Region kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das neue Zentrum für robotische Chirurgie steht für Innovation, hohe Qualität, interdisziplinäre Zusammenarbeit und damit für eine starke Zukunft unseres Klinikums sowie eine moderne Patientenversorgung.“
Auch mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel spielt die robotergestützte Chirurgie eine wichtige Rolle. „Moderne Medizintechnik wie das da Vinci-System ist heute ein entscheidender Faktor bei der Gewinnung und Bindung von hochqualifiziertem medizinischem Fachpersonal“, sagt Klinikumsdirektor André Koch. „Ärztinnen, Ärzte und OP-Teams möchten mit innovativen, präzisen Verfahren arbeiten und sich kontinuierlich weiterentwickeln. Der OP-Roboter macht den Arbeitsplatz im Klinikum Wolfsburg noch attraktiver und stärkt unsere Position als moderner Arbeitgeber.“
Höchste Sicherheitsstandards und spezialisierte Ausbildung
Robotisch operieren dürfen ausschließlich speziell ausgebildete und zertifizierte Fachärztinnen und Fachärzte. Die Schulung umfasst intensive Simulatorentrainings, strukturierte Programme und operative Begleitungen durch erfahrene Experten. Ergänzt wird die Ausbildung durch klare Sicherheitsstandards, hausinterne Behandlungsleitlinien und regelmäßige Qualitätssicherung, die für die Eingriffe gelten. „In den vergangenen Wochen haben wir uns im Klinikum mit den Ärztinnen und Ärzte bis hin zu OP-Pflegekräften intensiv auf die ersten Eingriffe mit dem neuen System vorbereitet“, unterstreicht die Medizinische Direktorin Dr. Dahmen.
So ist das neue OP-System inzwischen fest im klinischen Alltag angekommen. Die Teams der beteiligten Fachbereiche haben ihre ersten Patientinnen und Patienten mit roboterassistierten Eingriffen erfolgreich behandelt.















