Fördermittel für die Weiterentwicklung endovaskulärer Robotik
Siemens Healthineers erhält über einen Zeitraum von fünf Jahren Fördermittel in Höhe von bis zu 31,1 Millionen US-Dollar (26,8 Millionen Euro) von der US-Bundesbehörde Advanced Research Projects Agency for Health, kurz ARPA-H.

Damit soll die Entwicklung autonomer endovaskulärer Robotik für Behandlungen aus der Ferne1 vorangetrieben werden. Diese Technologie soll es Robotersystemen ermöglichen, akute ischämische Schlaganfälle mittels mechanischer Thrombektomie über große Distanzen hinweg und ohne direkte menschliche Steuerung zu behandeln2. Siemens Healthineers wird über die Laufzeit des Projekts 5,4 Millionen US-Dollar (4,7 Millionen Euro) als Kostenbeteiligung beisteuern, wodurch sich die Gesamtinvestition in die Entwicklung autonomer ferngesteuerter endovaskulärer Robotik auf bis zu 36,5 Millionen US-Dollar (31,5 Millionen Euro) beläuft.
Die mechanische Thrombektomie ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem ein Blutgerinnsel aus einem verstopften Blutgefäß im Gehirn entfernt wird, um nach einem akuten ischämischen Schlaganfall den Blutfluss wiederherzustellen. Bei rechtzeitiger Durchführung kann diese Form der Therapie die Behandlungsergebnisse der Betroffenen erheblich verbessern und das Risiko einer langfristigen Behinderung verringern. Allerdings wird das Verfahren meist nur in speziellen Schlaganfallzentren angeboten – was bedeutet, dass große Teile der Bevölkerung keinen Zugang dazu haben, und pro Jahr schätzungsweise nur 12 % der 335.000 in Frage kommenden Schlaganfallpatienten in den USA eine mechanische Thrombektomie erhalten2. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hingegen lebt mehr als eine Stunde von einer Klinik entfernt, die Thrombektomien durchführen kann. Da die Behandlung äußerst zeitkritisch ist, erhöht jede Verzögerung das Risiko einer langfristigen Behinderung oder eines tödlichen Verlaufs und verursacht gleichzeitig höhere Gesundheitskosten.
„Ein frühzeitiger Zugang zur richtigen Behandlung ist für Schlaganfallpatienten von entscheidender Bedeutung. Durch die Integration von Robotik, Bildgebung, Medizinprodukten und künstlicher Intelligenz wollen wir die Art und Weise, wie endovaskuläre Therapien durchgeführt werden, verändern – und so für einen besseren Zugang und mehr Präzision über verschiedene Versorgungseinrichtungen hinweg sorgen“, sagte Philipp Fischer, Leiter des Bereichs Advanced Therapies bei Siemens Healthineers. „Die ARPA-H-Förderung ist ein großer Schritt zur Weiterentwicklung autonomer endovaskulärer Robotik für die Fernbehandlung, die Patienten weltweit zugutekommen könnte.“
Im Rahmen des Förderprojekts fungiert Stryker als Partner, was die strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen weiter ausbaut. Diese wurde im Jahr 2025 mit dem Ziel geschlossen, Innovationen im Bereich robotergestützter neurovaskulärer Interventionen voranzutreiben.3 Jim Marucci, Leiter der Neurovascular-Sparte von Stryker, sagte: „Die Förderung stellt einen wichtigen Meilenstein in unserer Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers dar und unterstreicht unser gemeinsames Engagement, die neurovaskuläre Versorgung durch Innovationen voranzubringen. Gemeinsam entwickeln wir Technologien, die Hürden beim Zugang zur Behandlung überwinden und eine moderne Schlaganfallversorgung für mehr Patienten in mehr Regionen zugänglich machen sollen.“
Die Förderung ist Teil des ARPA-H-Programms „Autonomous Interventions and Robotics“ (AIR) unter der Leitung von Programmmanagerin Ileana Hancu, Ph.D., und steht im Einklang mit der Vision von Siemens Healthineers, medizinisches Fachpersonal dabei zu unterstützen, personalisierte Versorgung innovativ zu gestalten, operative Exzellenz zu erreichen und das Versorgungssystem zu transformieren.
1 Die autonome robotergestützte Behandlung aus der Ferne befindet sich noch in der Entwicklung. Ihre zukünftige Verfügbarkeit kann nicht garantiert werden. 2 https://arpa-h.gov/explore-funding/programs/air (zuletzt aufgerufen am 27.7.2026). 3 Die hier genannten Innovationen für robotergestützte neurovaskuläre Interventionen befinden sich noch in der Entwicklung. Ihre zukünftige Verfügbarkeit kann nicht garantiert werden.











