Geriatrie-Neubau am Klinikum Augusta Bochum eröffnet
Der Neubau der Klinik für Medizinische Geriatrie am Klinikum Augusta Bochum ist offiziell eröffnet.

„Wir haben hier viel Platz, große Räume und ein gutes Ambiente“, lobte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumannn, der am vergangenen Freitag zum Festakt mit mehr als 100 geladenen Gästen in das neue Gebäude an der Zeppelinstraße gekommen war. In zweieinhalb Jahren hat der EVA Ruhr, zu dem das Augusta Klinikum Bochum gehört, hier auf drei Etagen und einer Fläche von über 4000 Quadratmetern viel Platz für die Altersmedizin in Bochum und der Region geschaffen.
Das Land NRW hat den rund 17 Mio. Euro teuren Geriatrie-Neubau mit Fördermitteln in Höhe von 12,9 Mio. Euro unterstützt, weil das Bauvorhaben den Förderschwerpunkt „Stärkung der patientenorientierten Versorgung im höheren Lebensalter (Altersmedizin)“ erfüllt. Nachdem der Minister schon im April 2022 den Förderbescheid persönlich in Bochum überreicht hatte, ließ er es sich nicht nehmen, nun auch der offiziellen Eröffnung beizuwohnen. „Sie haben sich als Träger schon auf den Weg gemacht, als die Krankenhausreform in NRW noch gar nicht verabschiedet war“, lobte der Minister den früh eingeschlagenen Reformprozess. „Was hier passiert ist, entspricht von der Konzeption bis zur Umsetzung 1:1 der Krankenhausplanung in NRW.“
Für Olaf Walter, Konzerngeschäftsführer und Sprecher Gesundheitswirtschaft im EVA Ruhr, ist der Neubau der Geriatrie erst der Anfang: „Damit haben wir den Grundstein für den Reformprozess bei uns im Verbund gelegt, der bei Weitem noch nicht zu Ende ist“, kündigte er an, mithilfe des Krankenhaus-Transformationsfonds weitere Vorhaben umsetzen zu wollen. Bund und Länder unterstützen mit bis zu 50 Milliarden Euro strukturelle Anpassungen und Investitionen infolge der Bund-Länder-Krankenhausreform. Bei Minister Laumann stieß er damit auf offene Ohren: „So viel Geld, wie es jetzt für die Schaffung neuer Strukturen gibt, werden Sie alle trotz der allerbesten Geriatrie sicher nicht nochmal erleben“, ermunterte der Minister mit einem Augenzwinkern.
Er wisse, dass Krankenhausplanung in der heutigen Zeit auch bedeute, Abschied von bestehenden Versorgungsstrukturen nehmen zu müssen. Auf der anderen Seite könne aber Neues entstehen, um bessere Strukturen für die heutige Medizin zu schaffen, so Laumann. Auch die Klinik für Medizinische Geriatrie hatte Abschied genommen und ihren früheren Standort in Bochum-Linden aufgegeben – zugunsten des nun fertiggestellten Neubaus. Nach einer Übergangsphase im Haupthaus stehen an der Zeppelinstraße nun 72 Betten in 14 Einbett- und 29 Zweibettzimmern zur Verfügung – und damit deutlich mehr als seinerzeit in Linden. Geriatrische Patienten profitieren hier zudem von modernsten Standards in der Stationsunterbringung und in der Versorgung sowie von der Anbindung an das Haupthaus. „Das ist ein optimaler Standort“, betonte Karl-Josef Laumann.
Damit sprach der Minister dem Chefarzt der Klinik für Geriatrie aus dem Herzen: „Die geriatrische Medizin lebt von der Interdisziplinarität. Die Wege werden für uns nun kürzer, Patiententransporte zur Diagnostik entfallen“, so Dr. Olaf Hagen. Für ihn sei der Geriatrie-Neubau nicht nur eine Investition ins Krankenhaus, sondern eine in die Menschen – und in die Zukunft. Denn: „Die Geriatrie ist mit Blick auf die alternde Gesellschaft keine Aufgabe, die an Bedeutung verlieren wird, im Gegenteil“, ist sich Dr. Hagen sicher.
Für Augusta-Geschäftsführer Mario Kleist steht der Geriatrie-Neubau für den „Anspruch, älteren und hochbetagten Menschen auch künftig eine moderne, leistungsfähige und menschliche medizinische Versorgung zu bieten“. Dass das neue Gebäude mit Leben gefüllt werde, dafür sorgten die Mitarbeitenden aus Medizin, Pflege, Therapie und den beteiligten Teams mit ihrem Engagement, so Mario Kleist, der ihnen auch für ihren Einsatz im Zuge des Umzugs dankte.
Dr. Gerald Hagmann, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bochum sowie Aufsichtsrats- und Stiftungsratsvorsitzender, freute sich über die Geriatrie-Eröffnung: „Heute ist ein guter Tag für unser Krankenhaus, für die älteren Menschen in unserer Stadt und der Region.“











