Höchste Ärzte-Ehrung für Regensburger Orthopädie-Professor
Der Regensburger Orthopäde Professor Dr. Joachim Grifka ist beim Deutschen Ärztetag in Hannover mit der Paracelsus-Medaille ausgezeichnet worden. Sie ist die für Deutschlands Mediziner bedeutendste Ehrung.

Die Bundesärztekammer würdigt mit ihrer Entscheidung die Leistungen des Regensburger Mediziners für die deutsche Ärzteschaft. Prof. Grifka habe in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung der modernen Orthopädie in Deutschland maßgeblich geprägt, habe sich mit großem Engagement in die ärztliche Selbstverwaltung eingebracht und sich auch gegen große Widerstände für die Versorgung der Patienten eingesetzt, heißt es in der Begründung. Prof. Grifka ist der erste Mediziner aus dem Großraum Regensburg und ganz Ostbayern, der jetzt diese 1952 erstmals verliehene Auszeichnung erhalten hat.
Architekt der modernen Orthopädie
Der heute in Regensburg praktizierende frühere Direktor der Orthopädischen Uni-Klinik Regensburg gehöre zu den Wegbereitern bei der Zusammenführung von Orthopädie und Unfallchirurgie. Als Gründungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) habe er die Entwicklung des Fachgebiets entscheidend mitgestaltet, so die Laudatio. Von Professor Grifka entwickelte neue Operationsverfahren im Bereich der Rücken- und Gelenk-Chirurgie seien heute international Standard. Seine Lehrbücher und wissenschaftlichen Arbeiten gehörten zur Basisliteratur für Studierende sowie Ärztinnen und Ärzte, nicht nur der Orthopädie und Unfallchirurgie. Mit der aktuellen Auszeichnung durch die deutsche Ärzteschaft wurde auch sein Bemühen gewürdigt, das Wohl der Patientinnen und Patienten vor die Gewinnmaximierung im Klinikbetrieb zu stellen.
Operation nur als letzte Option
Professor Grifka ist heute in Regensburg und München in der Praxis tätig und operiert stationär wie ambulant. Als Leiter der Forschungsstelle für Orthopädie und Ergonomie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) betreut er eine Vielzahl wissenschaftlicher Projekte. Die OTH Regensburg ist mit über 10.000 Studierenden eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern.
Bei seiner Forschung für die Orthopädie von morgen setzt Professor Grifka auf eine konsequent patientenorientierte Behandlungsstrategie. Sie trägt dazu bei, Patienten unter anderem körperlich und mental auf Gelenk-Operationen vorzubereiten und so Klinikaufenthalte zu verkürzen. Künstlicher Gelenkersatz sei für ihn grundsätzlich immer nur „Ultima Ratio" - die letzte aller Behandlungsmöglichkeiten, wenn alle anderen Therapien ausgeschöpft sind, sagt der Arzt und Wissenschaftler.
Professors Grifkas aktuelle Forschungsgebiete sind unter anderem:
- Die Erarbeitung neuer zukunftsweisender Konzepte zur Prävention und Behandlung orthopädischer Erkrankungen
- Strategien für gelenk- und rückenschonendes ergonomischeres Arbeiten
- Trainingsprogramme für Gelenke und Wirbelsäule, einschließlich Patientenratgeber und Videoprogramme
- Programme zur Rückengesundheit von Kindern und Jugendlichen
- Konservative Therapien, wie innovative Knorpelbehandlungen und moderne Wirbelsäulentherapien. Sie tragen dazu bei, Operationen hinauszuzögern oder sogar ganz zu vermeiden.










