19.10.2026 • News

Klinikum Lüneburg erprobt Closed-Loop-Prozess

Medikamente sollen sicher und nachvollziehbar bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Um den Ablauf weiter zu digitalisieren und die Sicherheit zu erhöhen, erprobt das Klinikum Lüneburg auf zwei Stationen einen sogenannten Closed-Loop-Prozess.

von links: Pflegefachkraft Daniela Buck, Digitalisierungsmanagerin Maren...
von links: Pflegefachkraft Daniela Buck, Digitalisierungsmanagerin Maren Schwerin, Pflegedirektor Patrick Evel und Dana Evel, Pflegerische Leitung der Station C.2 mit einem der Visitenwagen für den Closed Loop Prozess
© SKL, Fotografin: Manuela Gaedicke

Dabei werden Patient und Medikament per Scan abgeglichen und die Angaben zur Medikation automatisch geprüft.

Wer in den letzten Jahren Patient im Krankenhaus war, der kennt sie: Die Visitenwagen, mit denen Ärzte und Pflegekräfte alle Untersuchungsergebnisse und Werte in das digitale System eintragen können. Das Klinikum Lüneburg hat diese Visitenwagen nun auf zwei Stationen erweitert: Künftig gibt es dort für jeden Patienten eine Schublade, in der seine vorbereiteten Medikamente lagern.

„Wenn ich von Bett zu Bett gehe, scanne ich das Patientenarmband und kann dann die vorbereiteten Medikamente entnehmen“, erklärt Pflegefachkraft Daniela Buck. Gleichzeitig öffnet sich auf ihrem Bildschirm die digitale Patientenakte. „Das System prüft dann, ob die vorbereitete Medikamententüte der betreffenden Person zugeordnet ist.“

Wurde eine Verordnung zwischenzeitlich geändert, kann das System einen Hinweis anzeigen – etwa, dass ein Medikament nicht mehr verabreicht werden soll. „Das macht die Kommunikation schneller und sicherer. Sobald der Arzt im System eingetragen hat, dass ein Medikament beispielsweise nicht mehr verabreicht werden soll, bekommen unsere Pflegekräfte sofort diesen Hinweis“, so Pflegedirektor Patrick Evel, der gemeinsam mit seinem Team und der IT an diesem Prozess gearbeitet hat.

War es früher noch so, dass die Pflegekräfte die oralen, also über den Mund eingenommenen Medikamente für die Patienten im Stationszimmer zusammengestellt haben, ist dieser Prozess längst automatisiert worden: Ein Verblisterungs-Automat übernimmt diese Tätigkeit in der Apotheke des Klinikums. Nach mehreren Sicherheitschecks landen die Tabletten dann in Tüten verpackt auf den Stationen. „Dort wurden diese dann wieder den Patienten zugeordnet und zu den jeweiligen Verabreichungszeiten an die Patienten ausgegeben. Diesen Kreislauf wollten wir vereinfachen und noch sicherer gestalten, deshalb spricht man auch von einem Closed Loop“, so Evel.

Das Konzept hat sich in anderen Ländern wie den Niederlanden, England und Skandinavien bereits bewährt. Nach aktueller Einschätzung zählt das Klinikum Lüneburg zu den frühen Anwendern in Deutschland.

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