Mit GreenMedTech die Medizintechnik nachhaltig vorantreiben
Das VDI-Technologiezentrum zeigt im VDI Research-Paper „Nachhaltigkeit als Wettbewerbstreiber in der Medizintechnik“, wie digitale Technologien und Kreislaufwirtschaft die MedTech-Branche verändern, und stellt aktuelle Lösungen und Initiativen vor.

Wie können MedTech-Hersteller die Klimaneutralitätsziele im Gesundheitswesen erfüllen? Welche strategischen Entscheidungen sind wichtig, um die Medizintechnik nachhaltig aufzustellen, und welche Chancen ergeben sich daraus für Unternehmen? Das VDI-Technologiezentrum (VDI TZ) analysiert mit dem VDI Research-Paper „Nachhaltigkeit als Wettbewerbstreiber in der Medizintechnik“, wie digitale Technologien und Kreislaufwirtschaft die MedTech-Branche transformieren und listet aktuelle Lösungen und Initiativen auf.
Neben der Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten steht Nachhaltigkeit im Gesundheitsbereich zunehmend im Fokus. Dies wird mit GreenMedTech erreicht, welche die Gesundheitsversorgung mit ökologischer Verantwortung verbindet. MedTech-Hersteller innovieren Produkte und Prozesse, um Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfallmengen gezielt zu reduzieren. Beispielsweise können laut Bitkom durch E-Health sechs bis acht Prozent der CO₂-Emissionen im Gesundheitsbereich bis 2030 verringert werden.
Zentrale Innovationsfelder
Das VDI Research-Paper zeigt zentrale Innovationsfelder für die Umsetzung auf. Dazu gehört unter anderem die Realisierung eines modularen, zirkulären Produktdesigns, das R-Strategien wie Wiederaufbereitung (reuse), Reparierbarkeit und Refurbishment von Anfang an mitdenkt. So werden beispielsweise schon heute MRT-Geräte modular aufgerüstet oder gezielt repariert, um wertvolle Ressourcen zu sparen und die Gerätelebensdauer zu verlängern. Mit optimierten Narkoseverfahren sollen weniger klimaschädliche Gase emittiert werden und mit wiederaufbereiteten Medizinprodukten kann Material im Kreislauf gehalten werden, statt es als Abfall entsorgen zu müssen.
Neben den technologischen Innovationen beleuchtet die Publikation auch die regulatorischen Rahmenbedingungen. Für MedTech-Hersteller gelten EU-Verordnungen und Richtlinien, die Nachhaltigkeitsanforderungen verbindlich über Sektorengrenzen hinweg festlegen. Unternehmen müssen diese in der Produktentwicklung konsequent von Beginn an einbeziehen. In der Umsetzung gewinnen zwei Instrumente an Bedeutung, die für Investitionsentscheidungen entscheidend sind. Zum einen das Life Cycle Assessment (LCA), das die ökologischen Wirkungen eines Medizinprodukts über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg quantifiziert. Zum anderen der Digitale Produktpass, der zentrale Umweltdaten eines Produkts verfügbar macht und als Entscheidungshilfe für Hersteller, aber auch Kliniken und Regulierer dient.
Markt- und Reputationsvorteile
Nachhaltigkeitsziele in der Medizintechnik sind damit vor allem durch das Zusammenspiel technologischer, regulatorischer und organisatorischer Innovationen erreichbar. Die Autoren machen im Paper deutlich: Unternehmen, die heute in GreenMedTech investieren, sichern sich nicht nur regulatorische Konformität, sondern auch Markt- und Reputationsvorteile. In einem Gesundheitssystem, das Klimaneutralität anstrebt, wird Nachhaltigkeit zum Prüfstein für Zukunftsfähigkeit – und damit zum zentralen Wettbewerbstreiber der Medizintechnik.










