Mobile Kinderherzklinik ermöglicht wegweisende Eingriffe
Die deutsche gemeinnützige Organisation kinderherzen rettet das Leben von Kindern in Ländern ohne oder mit nur eingeschränktem Zugang zu herzchirurgischer Versorgung. Das globale Medizintechnikunternehmen Getinge unterstützt die Einsätze mit Medizintechnik und technischem Support.

Die gemeinnützige Organisation kinderherzen rettet Kinderleben in Ländern, in denen herzchirurgische Versorgung fehlt oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Das Medizintechnikunternehmen Getinge unterstützt die Einsätze mit Technik und technischem Support.
Die weltweit erste modulare, autarke und mobile Klinik für Herzchirurgie, auch MOHKI genannt, wurde entwickelt, um Kinder mit angeborenen Herzfehlern nach international anerkannten Behandlungsstandards zu versorgen. In zwölf Containern verpackt, kann die Klinik überall dort eingesetzt werden, wo Infrastruktur und spezialisiertes Fachwissen fehlen.
Nach ihrem Pilot-Einsatz in El Salvador im Frühjahr 2024, bei dem ein Team ehrenamtlicher Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte 24 Kindern mit angeborenem Herzfehler das Leben rettete, wurde die MOHKI an ihren aktuellen Standort in Burundi in Ostafrika transportiert.
„Bevor wir nach Burundi kamen, starben viele Kinder mit angeborenem Herzfehler. Inzwischen haben wir mehr als 70 kleine Patientinnen und Patienten operiert. In der Regel führen wir zwei Eingriffe pro Tag durch – außer bei besonders komplexen Fällen. Selbst nach deutschen Maßstäben ist das eine sehr starke Leistung“, sagt Anja Schlarb, Leitung kinderherzen International.
Im März 2025 führte das chirurgische Team eine Operation am offenen Herzen bei einem dreijährigen Mädchen durch, dem es heute sehr gut geht. Der Eingriff stellte einen bedeutenden Meilenstein für die kinderherzchirurgische Versorgung in Burundi dar. Auf diesen wegweisenden Eingriff folgte anschließend eine erfolgreiche Transposition der großen Arterien (TGA) an einem fünf Wochen alten Jungen. Bleibt dieser seltene angeborene Herzfehler unbehandelt – bei dem die beiden Hauptarterien, die das Herz verlassen, vertauscht sind – kann dies innerhalb der ersten Lebenstage oder -wochen zum Tod führen.
„Diese Erfolge gehen weit über einzelne Eingriffe hinaus. Sie schenken nicht nur einem Kind und einer Familie Hoffnung, sondern einem ganzen Land. Und sie zeigen, was möglich wird, wenn Engagement, Vertrauen und Mitgefühl zusammenkommen. Für uns ist die MOHKI-Mission der Beginn von etwas viel Größerem in Burundi“, sagt Anja.
Zusätzlich zu den chirurgischen Einsätzen verfolgt kinderherzen das Ziel, lokale Fachkräfte in jeder Region auszubilden. Langfristig soll in Burundi ein dauerhaftes kinderherzchirurgisches Zentrum aufgebaut werden.
„Das Gebäude existiert bereits, aber es steht leer. Derzeit arbeiten wir intensiv daran, die notwendigen Mittel für die Ausstattung zu beschaffen. Sobald das Zentrum vollständig eingerichtet ist, wird die MOHKI in ein anderes Land weiterziehen. Mehrere Staaten haben Interesse bekundet, doch bevor wir entscheiden können, müssen wir zunächst vor Ort prüfen, welche Voraussetzungen bestehen“, erklärt Anja.
Die Expertise und die fortschrittliche Medizintechnik von Getinge werden auch künftig Teil der kommenden MOHKI-Missionen sein.
„Ohne Getinge wäre all das nicht möglich gewesen. Neben dem Großteil der Ausstattung unserer mobilen Klinik, darunter ein mobiler OP-Tisch, Beatmungsgeräte, Anästhesiegeräte und eine Herz-Lungen-Maschine, erhalten wir auch unschätzbar wertvolle Serviceunterstützung“, sagt Anja.
Die Ausstattung, wird kinderherzen im Rahmen eines Lizenzvertrags zur Verfügung gestellt. Die Wartung vor Ort übernimmt der Vertriebspartner des Unternehmens in Tanzania, während Getinge-Mitarbeitende wie Marcus Kleinert, Senior Service Technician in Deutschland, rund um die Uhr Online-Support leisten.
„Ich helfe dem kinderherzen-Team jederzeit gerne weiter, wenn Unterstützung benötigt wird. Manchmal kommt der Anruf auch außerhalb der Arbeitszeiten, aber das gehört zum Service dazu. Selbst wenn ich nur einen kleinen Hinweis, eine Idee oder technische Unterstützung per Videoanruf geben kann, ermöglicht das ihnen oft, weiterhin Kinderleben zu retten“, sagt Marcus.










