Ruhr-Universität Bochum zeichnet Forschungsprojekte aus
Der Preisträger Jonas Reckmann forscht über Herzmuskelerkrankungen, Fabian Bojku gewinnt den Posterpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum haben im Dezember ihre aktuellen Forschungsprojekte auf der FORUM-Tagung in Bochum vorgestellt. Zwei Forschungsvorhaben aus dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, fanden dabei besondere Beachtung.
Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum haben im Dezember ihre aktuellen Forschungsprojekte auf der FORUM-Tagung in Bochum vorgestellt. Zwei Forschungsvorhaben aus dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, fanden dabei besondere Beachtung.
Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Preis für die beste wissenschaftliche Präsentation erhielt Jonas Reckmann aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hendrik Milting (Leitung) und Dr. Andreas Brodehl vom Erich und Hanna Klessmann-Institut für kardiovaskuläre Forschung und Entwicklung, das seit vielen Jahren am HDZ NRW angesiedelt ist. Im Rahmen des Fakultätstags für Promotionsstudierende wurde außerdem Fabian Bojku ausgezeichnet. Er beschäftigt sich am Agnes Wittenborg Institut für translationale Herz-Kreislaufforschung unter der Leitung von PD Dr. Anna Klinke im HDZ NRW mit der Rechtsherzschwäche.
Genmutationen auf der Spur
Jonas Reckmann hat interdisziplinäre Biomedizin an der Universität Bielefeld studiert. Am Erich und Hanna Klessmann-Institut untersucht er, welche Genmutationen für bestimmte erbliche Herzmuskelerkrankungen verantwortlich sind. Ein besonderes Augenmerk richtet er dabei auf Veränderungen in einem ganz bestimmten Gen (DES-Gen) und zeigt, dass Mutationen dieses Gens zur Verklumpung feiner Proteinfasern (Desminfilamente) führen und damit die Kontraktilität von Herzmuskelzellen dauerhaft beeinträchtigen können. In Datenbanken für genetische Erkrankungen werden etwa 50 Prozent der bekannten DES-Varianten als Varianten mit unklarer Bedeutung klassifiziert. Gelingt es hier zukünftig wie in Reckmanns Arbeit, mittels entsprechender Funktionsanalysen die relevanten Hotspots zu identifizieren, können diese Erkenntnisse zu einem neu vervollständigten Atlas der DES-Mutationen beitragen.
Wenn das rechte Herz versagt
Fabian Bojku hat die molekularen Mechanismen einer Rechtsherzfunktionsstörung untersucht. Eine Rechtsherzschwäche (Insuffizienz) ist unabhängig von der zugrunde liegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko verbunden. Auf der Ebene der Herzmuskelzellen scheint dabei den als „Zell-Kraftwerken“ bekannten Mitochondrien eine besondere Bedeutung zuzukommen, die noch nicht vollständig geklärt ist. Bojku hat die Konzentrationen von mitochondrialen Eiweißen im Gewebe explantierter Herzen von Herzinsuffizienzpatienten analysiert und im Mausmodell unter Drucküberlastung über einen Zeitraum von vier Wochen echokardiographisch beobachtet. Seine Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Schwächung der rechten Herzkammer möglicherweise in ursächlichem Zusammenhang mit mitochondrialen Defekten stehen könnte.
Die jährliche FORUM-Tagung an der Ruhr-Universität Bochum stellt aktuell geförderte Forschungsprojekte regelmäßig in einer breiten Vielfalt dar und bietet in Workshops, Präsentationen und einer Poster-Session eine Plattform für den interdisziplinären Austausch. „Der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert hier von einem großen Netzwerk innerhalb der Medizinischen Fakultät“, betonen Prof. Dr. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des HDZ NRW, und Prof. Dr. Volker Rudolph, Direktor der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie und Angiologie. „Wir sind stolz auf unsere diesjährigen Preisträger und unterstützen den persönlichen Dialog und offenen Austausch über neue Kooperationsmöglichkeiten und Forschungsanreize am HDZ NRW.“















