Spectaris: Martin Leonhard als Vorsitzender bestätigt
Dr. Martin Leonhard (Karl Storz) ist erneut zum Vorsitzenden Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris gewählt worden.

Die Mitglieder wählten ihn beim Spectaris-Branchentag Medizintechnik 2026 in Berlin erneut an die Spitze des Fachverbandes. Auch die weiteren Mitglieder des Vorstandes wurden turnusgemäß neu gewählt. Im Mittelpunkt des Branchentages stand darüber hinaus die Frage, wie die Innovationskraft der deutschen Medizintechnik gestärkt und der Standort Deutschland zukunftsfähig aufgestellt werden kann.
Leonhard: Verlässliche Rahmenbedingungen für Innovation notwendig
„Innovation ist der Motor der Medizintechnik. Unsere Branche entwickelt Technologien, die Gesundheit schützen und Leben retten. Sie ist ein unverzichtbarer Pfeiler einer resilienten Gesundheitsversorgung“, sagte Dr. Martin Leonhard nach seiner Wiederwahl.
Gleichzeitig verwies er auf die Herausforderungen am Standort Deutschland: „Mit einem Umsatz von 42,7 Milliarden Euro und 167.000 Beschäftigten gehört die deutsche Medizintechnik zur internationalen Spitze. Doch bürokratischer Ballast, der Investitionsstau an den Krankenhäusern und die europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) wirken zunehmend als Innovationsbremsen. Entscheidend sind jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen, damit Unternehmen auch künftig in Deutschland investieren, entwickeln und produzieren können.“
Dem neu gewählten Vorstand gehören neben Dr. Martin Leonhard als Vorsitzendem die stellvertretenden und wiedergewählten Vorsitzenden Ira Fecke-Schulte (CONDOR Medtec), Friedrich Schmitz (SCHMITZ medical), Dr. Gabriela Soskuty (AESCULAP/B. Braun), Andrea Völker (Richard Wolf), Justus Wehmer (ZEISS Meditec) und Thorsten Weide (DRÄGER) an. Verstärkt wird das Gremium durch Birgit Franzen (WEINMANN Emergency Technology), Tobias Gerlach (VitalAire), Gunter Röper (Stiegelmeyer) und Wolfgang Troebs (Abbott), die allesamt erstmals in den Vorstand Medizintechnik gewählt wurden.
Branchentag mit politischen und fachlichen Impulsen
Rund 70 Gäste nahmen am öffentlichen Teil des Branchentages im KARL STORZ Besucher- und Schulungszentrum in Berlin teil. Einen politischen Impuls gab der Parlamentarische Staatssekretär Johannes Steiniger (BMWE). Er betonte die herausfordernde gesamtpolitische Lage und sagte zu, gesundheitspolitische Entscheidungen auch unter industrie- und wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten zu betrachten. Auch brauche es zunächst wieder nachhaltiges Wachstum, um sich dann auch wieder verstärkt anderen Politikfeldern widmen zu können.
Prof. Dr. Philipp Rostalski, Direktor der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik (IMTE) in Lübeck und Leiter des Instituts für Medizinische Elektrotechnik an der Universität zu Lübeck, beleuchtete die regulatorisch-technischen Herausforderungen bei der Evidenzgenerierung für KI-basierte Medizinprodukte und neue Ansätze wie In-silico-Studien. Anschließend gab die Messe Düsseldorf einen Ausblick auf die MEDICA 2026.
Michael Kauch und Marco Kalms (KALMS Consulting) stellten heraus, dass moderne Medizintechnik ein Schlüssel für eine leistungsfähige und zukunftsfeste Gesundheitsversorgung sei – sie kann Klinikaufenthalte verkürzen, Pflege entlasten und Ambulantisierung ermöglichen. Damit dieses Potenzial bei den Patientinnen und Patienten ankommt, müssten Investitionen erleichtert und Innovationshürden abgebaut werden. Der Branchentag bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zudem Gelegenheit zum Austausch und zur Vertiefung der diskutierten Themen.
Die Medizintechnik-Branche (Hersteller von medizintechnischen Geräten und Medizinprodukten inkl. Kleinstunternehmen) beschäftigte im Jahr 2024 laut Gesundheitswirtschaftlicher Gesamtrechnung (GGR) des WifOR-Instituts in Deutschland insgesamt über 210.000 Menschen und erwirtschaftete inklusive Ausstrahleffekte eine Bruttowertschöpfung von 38,3 Milliarden Euro. Nach der Wirtschaftsstatistik gab es 2025 in Deutschland 1.530 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten, die einen Gesamtumsatz von 42,7 Milliarden Euro erzielten (55 Milliarden Euro mit Kleinst-unternehmen). 68 Prozent des Medizintechnik-Umsatzes stammen aus dem Auslands-geschäft. 6 bis 8 Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert. 93 Prozent der Unternehmen sind KMU.
Anbieter











