03.12.2020 • News

Stiftung Bergwacht gewinnt DIVI-Sonderförderpreis für Ausbau eines „Bergwetterraums“

Der mit 15.000 Euro zum ersten Mal von der DIVI Stiftung ausgeschriebene Sonderförderpreis geht im Jahr 2020 an die Stiftung Bergwacht.

Roland Ampenberger, Vorstand der Stiftung Bergwacht (links) und Tobias Vogl,...
Roland Ampenberger, Vorstand der Stiftung Bergwacht (links) und Tobias Vogl, Betriebsleiter des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit & Ausbildung (rechts). Foto: privat

Sie betreibt im bayerischen Bad Tölz das Zentrum für Sicherheit und Ausbildung, in dem es unter anderem einen „Bergwetterraum“ gibt, in dem notfallmedizinisches Simulationstraining unter extremen Temperatur- und Wetterbedingungen durchgeführt werden kann. In den Ausbau dieser weltweit einzigartigen Einrichtung wird das Preisgeld des DIVI-Sonderförderpreises investiert. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Stiftung Bergwacht dabei unterstützen können, einen neuen Meilenstein beim notfallmedizinischen Simulationstraining unter erschwerten Bedingungen zu setzen“, sagte Stiftungsvorstand und Jury-Sprecher Professor Gerhard W. Sybrecht bei der Preisverleihung im Rahmen des Online-Jahreskongresses DIVI20 virtuell der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

In Deutschland können schwerverletzte Menschen bereits am Unfallort in der Regel maximalversorgt werden. Es gibt aber Orte, wo Dinge wie intravenöser Zugang oder Atemwegsicherung über Intubation nur sehr schwer oder eingeschränkt durchführbar sind – zum Beispiel im Berggelände. Rund 8.500 Einsätze jährlich in unwegsamen Regionen führt allein die Bergwacht Bayern durch. Dabei hat sie teilweise mit extremen Wetter-, Temperatur- und Geländebedingungen zu kämpfen. Um diese Herausforderungen genauer zu erforschen und Lösungen dafür zu finden, hat die Stiftung Bergwacht im Jahr 2016 einen Bergwetterraum im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz errichtet. Nationale und internationale Einheiten der Bergrettung, Rettungsorganisationen und Spezialeinsatzkommandos trainieren dort, wie sich notfallmedizinische Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen umsetzen lässt.

„Dieses Simulationszentrum ist weltweit einzigartig, weil es die Möglichkeit bietet, „aus der Praxis für die Praxis“ zu trainieren mit einer ganz hohen Intensität und mit einer großen Reproduzierbarkeit: Man kann einzelne Notfallsituationen unter Extrembedingungen immer wieder abbilden, den Teilnehmenden unmittelbar Feedback geben und so deren Handlungskompetenz verbessern“, erklärt der Vorstand der Stiftung Roland Ampenberger.

Bergwetterraum soll auch extremes Gelände simulieren können

„Die ganze Einrichtung wurde seit 2016 Schritt für Schritt weiterentwickelt. Nachdem wir zunächst das extreme Klima simulieren konnten, wollen wir nun auch die entsprechenden Geländebedingungen abbilden“, erklärt Ampenberger. Simulierbar ist dann zum Beispiel eine Rettungs- und Versorgungsituation im Klettergelände, in einer engen Schlucht oder wenn ein Patient im Steilgelände liegt sowie schlechte Witterungsbedingungen wie Kälte, Nässe und starker Wind bestehen. Damit ein kompletter Bergrettungseinsatz dargestellt und trainiert werden kann, sind eine Reihe von Einbauten geplant: Kletterwände mit verschiedenen Neigungen und Sicherungspunkten, ein Höhlen-/Kriechgang oder beispielsweise ein Klettersteig. Zusammen mit Eigenmitteln der Stiftung Bergwacht kann diese Erweiterung nun dank des DIVI-Sonderförderpreises umgesetzt werden. „Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung und Anerkennung. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um die Rettungsteams noch besser auf schwierige Situationen vorzubereiten“, sagt Roland Ampenberger.

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