30.09.2010 • News

VDGH warnt: Labormedizin gerät ins Abseits

Für eine Stärkung der Labormedizin hat sich heute der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Diagnostica-Industrie (VDGH), Matthias Borst, ausgesprochen. Mit Unbehagen verfolge der VDGH, wie die Labormedizin mehr und mehr ins Abseits gedrängt und entsprechende Lehrstühle an den Universitäten nur verzögert oder gar nicht mehr besetzt werden. Damit würden die Chancen der Labormedizin ignoriert, kritisierte er heute (29.) auf der Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) in Mannheim.

„Die Labormedizin ist kein Reparaturbetrieb. Sie beugt vielfach Reparaturen vor," betonte er. Sie eröffne nämlich die Chance, Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, ihren Ausbruch zu vermeiden oder ihren Verlauf günstig zu beeinflussen. Damit sei nicht nur dem Einzelnen gedient, sondern auch der Gesellschaft durch ersparte Behandlungskosten, betonte Borst. Doch schon im Rahmen des Medizinstudiums werde der Labormedizin nicht der gebotene Stellenwert eingeräumt.

Um diese Optionen optimal nutzen zu können, sei es erforderlich, Ärzten und Patienten innovative Labortests frühzeitig zugänglich zu machen. Doch „die Mühlen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen mahlen äußerst langsam". Es dauere - zumindest für Kassenpatienten - einfach zu lange, bis ihnen innovative Tests zugänglich seien. Borst hofft, dass sich die Situation durch das neue, seit Juli geltende Aufnahmeverfahren bessert.

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