Hygienic Design im Bauhausstil: Wenn Sauberkeit zur Form wird
Hygiene beginnt nicht erst beim Reinigen und Desinfizieren, sondern beim Entwerfen bestmöglicher Formen – Hygienic Design verbindet Technik, Verantwortung und visuelle Klarheit.
Prof. Dr. Sebastian Schulz-Stübner, Deutsches Beratungszentrum für Hygiene (BZH GmbH), Freiburg
Form folgt Reinigung. Kaum ein Leitsatz verbindet Hygienic Design und Bauhaus so treffend wie diese Abwandlung des Prinzips „form follows function“. Wo das Bauhaus Ornament zugunsten von Klarheit, Geometrie und industrieller Nutzbarkeit zurückwies, verfolgt Hygienic Design ein verwandtes Ziel: Produkte, Anlagen und Räume so zu gestalten, dass sie sicher, effizient und nachvollziehbar gereinigt werden können.
Die gemeinsame Idee: Reduktion mit Zweck
Hygienic Design beschreibt eine konstruktive Denkweise, bei der Kontaminationsrisiken bereits in der Entwurfsphase minimiert werden. Oberflächen müssen zugänglich, glatt, beständig und vollständig reinigbar sein; Toträume, Spalten, schlecht entwässerte Bereiche und unnötige Befestigungen werden vermieden. Die European Hygienic Engineering & Design Group beschreibt Hygienic Design als risikobasierten Ansatz, der verhindern soll, dass Lebensmittelqualität und -sicherheit durch schlecht reinigbare Anlagen beeinträchtigt werden. Dieser Ansatz kann auf die Gestaltung von Medizinprodukten, Reinräumen und den Bau von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen übertragen werden.
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