Start des neuen QS-Verfahren Sepsis
Das QS-Verfahren Sepsis ist Anfang des Jahres gestartet; nun liegen erste Erkenntnisse seit dem Verfahrensstart vor.
Anna Maria Steinmann M.Sc., EMPH und Dr. Jonas Plange, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Berlin

Die gesetzliche externe Qualitätssicherung in Deutschland wird durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gemäß § 136 ff. SGB V über Richtlinien geregelt. Das QS-Verfahren Sepsis wurde in der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) aufgenommen und ist am 1. Januar gestartet. Einbezogen werden alle Behandlungsfälle von gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren, die im stationären Sektor auf Grund einer Sepsisdiagnose behandelt worden sind.
Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektionserkrankung mit einer lebensbedrohlichen Organdysfunktion. Nach einer systematischen Übersichtsarbeit der Global Sepsis Collaborators, publiziert im Lancet 2025, liegen die geschätzten Fall- bzw. Sterblichkeitszahlen für das Jahr 2021 weltweit bei 166 Mio. Fällen, wovon 21,4 Mio. versterben. Gemäß einer Sozialdatenanalyse des IQTIG für die Jahre 2017–2019 liegt die durchschnittliche Fallzahl pro Jahr deutschlandweit bei über 230.000 Fällen mit einer Letalitätsrate von über 30 %. Sowohl die weltweite als auch die nationale Krankheitslast durch Sepsis ist damit erheblich und stellt eine große Herausforderung für die Prävention, die akute Behandlung sowie für die Versorgung von Folgeerkrankungen dar.
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