Strukturierte Schockraumversorgung für kritisch Kranke
Der Schockraum dient als strukturierter Bereich für die Erstversorgung schwerverletzter Patienten nach standardisierten Abläufen.
Prof. Dr. Markus Wörnle, Zentrale Notaufnahme und Aufnahmestation Klinikum Innenstadt, LMU Klinikum München

Historisch war der Schockraum der Notaufnahme primär als strukturierter Behandlungsbereich für schwerverletzte Patienten etabliert. Die standardisierten Abläufe der Polytraumaversorgung bildeten über Jahrzehnte den Goldstandard für die initiale Diagnostik und Behandlung chirurgischer Notfälle. Mit der zunehmenden Zentralisierung der Notfallversorgung und der stetig wachsenden Zahl medizinischer, nichttraumatologischer Notfälle wird heute jedoch deutlich, dass ein vergleichbar strukturiertes Vorgehen auch für kritisch kranke internistische, neurologische oder toxikologische Patienten erforderlich ist. Diese Patientengruppe ist zahlenmäßig deutlich größer als die der Schwerverletzten und weist ein breites Spektrum potenziell vitalbedrohlicher Zustände auf. Die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) hat daher umfassende Anforderungen an Struktur, Organisation und Diagnostik im nicht-traumatologischen Schockraum formuliert.
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