29.06.2012 • News

Auszeichnung und Forschungsförderung für UKE-Wissenschaftler

Auszeichnung für den UKE-Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Eschenhagen: Die Internationale Gesellschaft für Herzforschung (International Society for Heart Research, ISHR) ehrte ihn bei ihrem Kongress in Belgrad als herausragenden Wissenschaftler. Nahezu zeitgleich wurde das von ihm geleitete Institut für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie Partner in dem EU-Projekt „Biodesign".

Die ISHR begründete die Auszeichnung damit, dass Prof. Eschenhagen sehr bedeutende Beiträge zur Erforschung des Herzens geleistet habe, gegenwärtig eine der wichtigsten Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Herzforschung leite und auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Herzforschung weltweit spielen werde.

Aktuell wurde Prof. Eschenhagen Partner in dem EU-Projekt Biodesign (www.biodesign.eu.com), das mit insgesamt elf Millionen Euro gefördert wird. 435.000 € fließen in den kommenden vier Jahren in die Arbeit am UKE. Prof. Eschenhagen ist einer der Sprecher des Projekts, das von Prof. Jons Hilborn (Universität Uppsala) koordiniert wird. Es vereint 21 Forschungsgruppen, kleine Firmen und große Medizintechnikunternehmen aus Europa, Israel und Malaysia mit dem Ziel, die Entwicklung von Biomaterialien als Ersatz für Knochen-, Muskel- und Herzkreislaufgewebe voranzutreiben. „Wir im UKE konzentrieren uns dabei auf die Weiterentwicklung von dreidimensionalen biologischen Herz-Modellen", sagt Prof. Eschenhagen.

Das EU-Projekt bringt Materialwissenschaftler, Chemiker, Biophysiker, Zellbiologen und Mediziner zusammen. „Es ist notwendig, dass wir unsere Forschungsanstrengungen stärker als bisher koordinieren. Denn die Euphorie, mit der das sogenannte ‚Tissue Engineering‘ vor 25 Jahren gestartet war, ist der Erkenntnis gewichen, dass wir noch viel lernen müssen, um Patienten mit künstlichen Geweben helfen zu können." Die größten Fortschritte, so Eschenhagen, seien in der Wundheilung gemacht worden. Auch gebe es erste künstliche Blutgefäße, die sich in der klinischen Erprobung etwa bei Dialysepatienten befinden. „Künstliche Herzgewebe sind zwar von der klinischen Anwendung noch weit entfernt, aber sie spielen eine immer wichtigere Rolle in der Forschung."

Es bleibe noch viel zu tun, bilanziert Prof Eschenhagen. Die Versorgung des künstlichen Gewebes sei eine der großen Herausforderungen, die die UKE-Forscher hoffen, im Rahmen von „Biodesign" zu bewältigen. Eine Erkenntnis gewannen die Wissenschaftler bei ihren Arbeiten in den vergangenen Jahren, sagt Prof. Eschenhagen: „Der Körper hat sehr ausgeklügelte Mechanismen entwickelt, dreidimensionale Organe aufzubauen. Die müssen wir für unsere Arbeiten nutzen."

 

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