16.06.2026 • News

Bonner Augenforscherin ausgezeichnet

Neue Verfahren zur Früherkennung degenerativer Netzhauterkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts von PD Dr. Kristina Pfau, FEBO, Oberärztin und Leiterin des klinischen Studienzentrums der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB).

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Priv.-Doz. Dr. Kristina Pfau, Oberärztin und Leitung des klinischen Studienzentrums an der Augenklinik des UKB, erforscht neue Verfahren zur frühzeitigen Erkennung degenerativer Netzhauterkrankungen. Für ihre Arbeiten wird sie mit dem Career Development Award der Foundation Fighting Blindness ausgezeichnet.
© Universitätsklinikum Bonn

Für ihre Arbeiten erhält sie nun den renommierten Career Development Award der US-amerikanischen Foundation Fighting Blindness, der weltweit größten privaten Förderorganisation für die Erforschung von Netzhauterkrankungen. Die Förderung umfasst insgesamt 375.000 US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Mit der Auszeichnung ist Dr. Pfau die erste deutsche Ärztin, die diesen international angesehenen Award erhält.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) zählt zu den häufigsten Ursachen schwerer Sehbehinderung weltweit. Seltene erbliche Netzhautdystrophien wie Pseudoxanthoma elasticum (PXE) können sich ähnlich verhalten wie die AMD und bereits in jüngerem Lebensalter auftreten. Ein zentrales Problem in Forschung und Versorgung besteht darin, dass verfügbare Funktionstests Krankheitsveränderungen im frühen und mittleren Stadium oft nicht ausreichend sensitiv erfassen. Viele Betroffene berichten jedoch über Sehprobleme bei Dunkelheit oder in dämmrigen Umgebungen, lange bevor sich Veränderungen mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden zuverlässig nachweisen lassen.

Forschungsprojekt: Früherkennung von Netzhautdegeneration mit maßgeschneiderten Dunkeladaptationstests

Dr. Pfaus Forschungsprojekt setzt genau hier an. Es verfolgt zwei eng miteinander verknüpfte Ziele: Erstens die Entwicklung und Validierung praxistauglicher Dunkeladaptationsprotokolle für die AMD – also Tests, die zuverlässig frühe Funktionsverluste erkennen, dabei aber deutlich kürzer und damit für Patientinnen und Patienten weniger belastend sind. Zweitens soll eine genomweite Untersuchung genetischer Modifikatoren erfolgen, die den Verlauf der Augenerkrankung bei PXE unabhängig vom bekannten Hauptgen ABCC6 beeinflussen und potenziell direkte Ansatzpunkte für die Entwicklung zielgerichteter Therapien liefern.

Die übergeordnete wissenschaftliche Hypothese ist, dass beide Erkrankungen, AMD und PXE, eine gemeinsame Sequenz von Funktionsveränderungen teilen: von einer verlangsamten Dunkeladaptation über den Verlust der Stäbchen-Photorezeptoren-Funktion bis hin zur Beeinträchtigung der Zapfen-Photorezeptoren. Dieses Verständnis könnte nicht nur frühere Diagnosen ermöglichen, sondern auch die Entwicklung neuer Therapien sowie zukünftige klinische Studien entscheidend voranbringen.

Eine der bedeutendsten Förderungen in der Netzhautforschung weltweit

Der Career Development Award der Foundation Fighting Blindness zählt zu den renommiertesten internationalen Förderprogrammen im Bereich der Netzhautforschung. Er richtet sich an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit dem Potenzial, die Erforschung von Netzhauterkrankungen nachhaltig voranzubringen. Die Förderung unterstützt PD Dr. Kristina Pfau über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt 375.000 US-Dollar bei der Umsetzung ihres Forschungsprogramms am Universitätsklinikum Bonn.

„Die Auszeichnung durch die Foundation Fighting Blindness ist eine außergewöhnliche Würdigung der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Pfau und zugleich ein starkes Signal für die internationale Sichtbarkeit der Bonner Augenheilkunde. Mit ihrem Forschungsprojekt adressiert sie eine zentrale Frage der Netzhautmedizin: Wie können wir Erkrankungen früher erkennen, bevor irreversible Schäden entstehen? Die Verbindung aus klinischer Expertise, methodischer Innovation und internationaler Vernetzung macht sie zu einer herausragenden Wissenschaftlerin auf diesem Gebiet. Wir freuen uns sehr, dass sie diese Forschung am Universitätsklinikum Bonn weiter vorantreibt“, sagt Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Bonn.

Im Rahmen des geförderten Projekts entwickelt und untersucht Dr. Pfau neue Verfahren zur frühzeitigen Erkennung degenerativer Netzhauterkrankungen. Ziel ist es, Funktionsverluste der Netzhaut bereits in frühen Krankheitsstadien zuverlässig nachweisen zu können und damit die Entwicklung neuer Therapien sowie klinischer Studien zu unterstützen.

„Ich bin zutiefst dankbar für das Vertrauen der Foundation Fighting Blindness. Viele unserer Patientinnen und Patienten bemerken Veränderungen in ihrem Sehen – vor allem nachts oder in dämmrigen Umgebungen – lange bevor die Routineuntersuchungen etwas zeigen. Genau diese Lücke möchte ich mit meiner Forschung schließen“, sagt PD Dr. Kristina Pfau, Oberärztin und Leiterin des klinischen Studienzentrums der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn.

Über die Foundation Fighting Blindness

Die Foundation Fighting Blindness (FFB) ist die weltweit führende private Förderorganisation für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen. Seit ihrer Gründung hat die FFB mehr als 900 Millionen US-Dollar in die Erforschung von Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa, Makuladegeneration und weiteren erblichen Netzhautdystrophien investiert. Der Career Development Award richtet sich an herausragende Nachwuchsforschende, die an der Schnittstelle von klinischer Medizin und Grundlagenforschung tätig sind.

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