14.07.2026 • News

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Neurologie: Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé wurde in Wiesbaden für ihr außergewöhnliches Engagement in Medizin, Wissenschaft und internationaler Gesundheitsversorgung ausgezeichnet.

Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé, Chefärztin der Klinik für Neurologie am...
Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt a. M.
© Krankenhaus Nordwest

Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé sagt, sie habe in ihrem Berufsleben oft den Satz „Das geht doch nicht.“ gehört. Irgendwann hat sie beschlossen, ihn nicht mehr als Warnung, sondern als Einladung zu verstehen. Wo andere Grenzen sehen, sucht sie nach Lösungen.

Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, zählt zu den renommiertesten Neurologinnen Deutschlands. Die Ehrung würdigt eine Ärztin, die klinische Exzellenz, wissenschaftliche Neugier und gesellschaftliche Verantwortung in besonderer Weise miteinander verbindet. Als international anerkannte Neuroinfektiologin, engagierte Wissenschaftspolitikerin und Wegbereiterin der digitalen Neurologie hat sie die Entwicklung ihres Fachs weit über die Grenzen der eigenen Klinik hinaus geprägt und über viele Jahre auch in führenden Funktionen die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) mitgestaltet.

Aufbau neurologischer Versorgungsstrukturen

Prof. Meyding-Lamadé verbindet seit Jahrzehnten Spitzenmedizin mit wissenschaftspolitischem Engagement, Digitalisierung und dem Aufbau neurologischer Versorgungsstrukturen in Afrika und Südostasien. Dabei geht es ihr nicht nur darum, medizinisches Wissen weiterzugeben. Internationale Kooperation versteht sie vielmehr als gegenseitigen Lernprozess. Gerade Länder mit begrenzten Ressourcen entwickelten häufig besonders pragmatische und innovative Lösungen – etwa in der Telemedizin oder der digitalen Patientenversorgung. „Wir sollten aufhören zu glauben, wir hätten auf jede Frage bereits die beste Antwort“, sagt Meyding-Lamadé.

Auch in Deutschland gehört sie seit vielen Jahren zu den prägenden Stimmen für Digitalisierung und Telemedizin in der Neurologie. Früh setzte sie sich für digitale Versorgungskonzepte ein und war maßgeblich daran beteiligt, entsprechende Strukturen in der neurologischen Versorgung voranzubringen. Heute beschäftigt sie sich intensiv mit den Chancen Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Ihr Ziel ist dabei nicht die Automatisierung ärztlicher Entscheidungen, sondern die Entlastung von Bürokratie und Routineaufgaben. „Ich glaube, die größte Chance der Künstlichen Intelligenz besteht darin, dass Ärztinnen und Ärzte endlich wieder Ärztinnen und Ärzte sein können“, betont sie.

Globale Gesundheitsfragen

Als Neuroinfektiologin richtet sie ihren Blick seit vielen Jahren auf globale Gesundheitsfragen. Klimawandel, weltweite Mobilität und neue Infektionskrankheiten machten deutlich, dass nationale Gesundheitspolitik heute nicht mehr isoliert gedacht werden könne. Gesundheit sei längst eine globale Aufgabe – und internationale Zusammenarbeit deshalb nicht nur Ausdruck von Solidarität, sondern auch kluge Vorsorge.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit engagiert sich Prof. Meyding-Lamadé intensiv für die Förderung des medizinischen Nachwuchses und insbesondere für Frauen in Führungspositionen. Führung bedeute für sie vor allem, Verantwortung zu übernehmen, Menschen zu fördern und neue Wege zu gehen. Junge Kollegen ermutigt sie, neugierig zu bleiben, internationale Erfahrungen zu sammeln und Netzwerke aufzubauen.

Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wurde eine Medizinerin geehrt, die klinische Spitzenmedizin, wissenschaftliche Exzellenz, Digitalisierung, internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliche Verantwortung beispielhaft miteinander verbindet – und deren Mut und Gestaltungswille stärker sind als die Widerstände, die ihr begegnen. „Ich habe in meinem Berufsleben oft den Satz ‚Das geht doch nicht.‘ gehört. Irgendwann habe ich beschlossen, ihn nicht mehr als Warnung, sondern als Einladung zu verstehen und stattdessen zu fragen: ‚Wie können wir es möglich machen?‘“

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