Charité: Tim Vilz übernimmt Professur für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Tim Vilz hat zum 1. Januar die Professur für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin übernommen. Damit verbunden ist die Leitung der gleichnamigen Klinik am Campus Benjamin Franklin.
Prof. Vilz folgt auf Prof. Martin E. Kreis, der die Klinik ab 2012 geleitet hat und seit 2021 im Vorstand den Bereich Krankenversorgung verantwortet.
Prof. Tim Vilz ist Facharzt für Viszeralchirurgie, spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie und onkologische Chirurgie Er war zuletzt geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Bonn sowie Leiter des chirurgischen Studienzentrums.
Der 48-Jährige erklärt zum Wechsel an die Spree: „Die Entscheidung, Bonn zu verlassen, ist mir nicht leichtgefallen. Aber die Charité mit all den Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet ein so spannendes und innovatives Umfeld, dass ich selbst als Rheinländer gerne den Weg in den Nordosten gehe, um hier gemeinsam mit den Kolleg*innen neue Impulse in der universitären Viszeralchirurgie zu setzen.“
Zur klinischen Expertise von Prof. Vilz gehört die robotisch-assistierte onkologische Abdominalchirurgie, insbesondere von erblichen Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts bei Menschen unter 50 Jahren. Darüber hinaus befasst er sich mit der Einführung modernster perioperativer Behandlungsstrategien bei onkologischen Operationen, also Maßnahmen vor, während und nach dem operativen Eingriff. Ziel ist es, Komplikationen vor, zu vermeiden und die Genesung sowie das langfristige onkologische Ergebnis für die Patient:innen zu verbessern. Prof. Vilz erklärt: „Die Neudiagnosen erblicher Tumorsyndrome des Gastrointestinaltrakts werden in den nächsten Jahren durch verbesserte Diagnostik weiter zunehmen. Und gerade bei diesen meist sehr jungen Patient:innen haben wir durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit die Chance, den Krebs nicht nur zu behandeln, sondern ihm zuvorzukommen. Moderne, robotisch assistierte Chirurgie und strukturierte perioperative Konzepte ermöglichen dabei maximale Sicherheit bei minimaler Belastung für die Patient*innen.“
Auch wissenschaftlich befasst sich Prof. Vilz mit klinischen Studien aus dem Spektrum der perioperativen Medizin sowie Studien mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Robotik in der onkologischen Viszeralchirurgie. Der Viszeralchirurg betont: „Insbesondere in Zeiten der Personal- und Ressourcenknappheit müssen wir durch Forschungsaktivitäten in modernen Technologien versuchen, die Qualität der Behandlung zu verbessern, Prozesse zu optimieren und Kosten einzusparen. Die Digitalisierung bietet hierbei große Chancen: Das beginnt bei digitalen Patientenpfaden oder Apps, die Patient*innen von der Diagnose über die OP bis zur Nachsorge begleiten und unterstützen – sei es durch Trainingsvideos zur Verbesserung des Allgemeinzustands, niederschwellige Kommunikation mit den behandelnden Ärzten via Chat bis hin zur Überwachung mithilfe von sogenannten Wearables, deren gemessene Werte durch eine KI analysiert werden und bei Auffälligkeiten das Behandlungstleam informieren.“ Er ergänzt: „Aber natürlich beinhaltet dies auch Guided Surgery oder Surgeomics: Eine KI warnt, wenn Chirurg*innen während der OP wichtige Strukturen gefährden oder nicht präzise präparieren. Diese in Bonn begonnenen Arbeiten möchte ich gerne im hochinnovativen Umfeld der Charité fortführen.“
Mit der Professur ist zudem die Lehre für Studierende, die postgraduale Aus- und Weiterbildung sowie die Nachwuchsförderung von Mediziner*innen und Wissenschaftler*innen verbunden: „Mein Ziel ist es, Studierende und junge Ärzt*innen durch eine praxisnahe Lehre bzw. Ausbildung unter Einbezug moderner Techniken wie Robotik und immersiver Realitäten frühzeitig und nachhaltig für die Chirurgie zu begeistern. Allerdings lege ich auch großen Wert auf das Erlernen und den Einsatz sogenannter Soft Skills, weil dies im klinischen Alltag von zentraler Bedeutung für eine sichere, verantwortungsvolle und patientenzentrierte Chirurgie ist.“
Kurzvita
Tim Vilz wird am 15. November 1977 in Remagen geboren. Nach dem Abitur in Bonn studiert er Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 2002 promoviert er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und beginnt anschließend seine chirurgische Laufbahn an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Dort qualifiziert sich Vilz auch zum Facharzt für Viszeralchirurgie, erwirbt die Zusatzweiterbildungen Proktologie und spezielle Viszeralchirurgie sowie die europäische Qualifikation Fellow of the European Board of Surgery (FEBS) in chirurgischer Onkologie. 2016 folgt in Bonn die Habilitation. Ab 2017 ist der Viszeralchirurg an der Uniklinik Bonn als Oberarzt tätig, übernimmt dort leitende Funktionen in der Robotischen Chirurgie und gestaltet innovative Versorgungs- und Digitalisierungsprozesse. Er koordiniert mehrere zertifizierte Krebszentren und engagiert sich als Auditor der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. 2023 erhält er die außerplanmäßige Professur für Chirurgie an der Universität Bonn. Zuletzt war Prof. Vilz geschäftsführender Oberarzt am Universitätsklinikum Bonn sowie Bereichsleiter für Kolorektalchirurgie und Proktologie, Leiter des chirurgischen Studienzentrums sowie Head of Clinical Data and Digitalization am Bonn Surgical Technology Center (BOSTER).

















