Corazón en acción - Herz in Aktion
Neue Klinikpartnerschaft zwischen dem Würzburger Institut für Allgemeinmedizin und dem Hospital Dermatológico in Monteagudo (Bolivien)



Das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg (UKW) geht in Kooperation mit der Abteilung Infektiologie des UKW und der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin eine Klinikpartnerschaft mit dem Hospital Dermatológico in Monteagudo (HDM) in Bolivien ein. Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert und hat zum Ziel, die Prävention und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Chagas-Hochlandgebiet Monteagudo zu verbessern.
Die Chagas-Krankheit ist eine der größten Gesundheitsgefahren in Bolivien. Unbehandelt kann die endemische Krankheit zu lebensbedrohlichen Schäden an Herz, Darm und Nervensystem führen. Verursacht wird die Chagas-Krankheit durch den Parasiten Trypanosoma cruzi, der hauptsächlich durch den Biss der Raubwanze „Vinchuca“ übertragen wird. In der Region Monteagudo im südbolivianischen Chaco ist jeder zweite Erwachsene mit Trypanosoma cruzi infiziert. Eine nicht minder große Gefahr stellen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes und Adipositas dar: „Krankheiten, die für uns hausärztliche Routine sind. Doch vor Ort gibt es kaum eine nachhaltige Behandlung. Chagas verschlimmert diese Krankheiten zusätzlich. Durch diesen Teufelskreis werden bereits junge Menschen mit einer eigentlich behandelbaren Herzschwäche arbeitsunfähig“, sagt Dr. Janina Zirkel von der Abteilung für Infektiologie und dem Institut für Allgemeinmedizin am UKW. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, Prof. Dr. Sandra Parisi, will sie das mit dem Projekt „Corazón en acción - Herz in Aktion“ im Rahmen einer Klinikpartnerschaft mit dem HDM in Bolivien ändern.
Herzerkrankungen stehen im Fokus der Klinikpartnerschaft
Das HDM ist ein ländliches Referenzzentrum für Tropenkrankheiten und stellt die Primärversorgung der Bevölkerung sicher. Ziel der Klinikpartnerschaft ist es, die Versorgungskapazitäten zu stärken und partizipativ neue Strukturen zu entwickeln. Dadurch soll die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessert und die durch Chagas verursachte Krankheitslast in der hochendemischen Region reduziert werden.
In einem ersten Schritt sollen gemeinsam Daten erhoben werden. „Es fehlen die für eine Verbesserung der Situation notwendigen Daten zur physischen und psychischen Krankheitslast durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich der durch Chagas verursachten Herzprobleme, sowie zur aktuellen Versorgungssituation, sagt Parisi, die bereits mehrere Monate in dem südamerikanischen Andenstaat geforscht hat. „Auf Basis dieser Daten werden wir dann gemeinsam lokale Prioritäten und Lösungsansätze erarbeiten um auf eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen hinzuwirken.“
Einbeziehung der Bevölkerung in Präventions- und Behandlungsstrategien
Im Projekt „Corazón en acción“ werden sowohl die Bevölkerung, die Betroffenen und ihre Angehörigen als auch alle an der Versorgung Beteiligten - von der Medizin und traditionellen Heilkunde über Pflege, Pharmazie und Veterinärmedizin bis hin zum Gesundheitssystem und der Politik - einbezogen. Sie sollen motiviert und befähigt werden, sich aktiv an der Verbesserung der Versorgung zu beteiligen. Darüber hinaus ist das Ziel, Forschungskompetenzen an lokales Personal und Studierende zu vermitteln.
Das Institut für Allgemeinmedizin verfügt über langjährige Erfahrung in der Versorgungsforschung zu übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten. Prof. Dr. Sandra Parisi und ihre Kollegin Dr. Janina Zirkel haben das Projekt im Rahmen des weltweiten Förderprogramms Klinikpartnerschaften der GIZ eingeworben. Neben der Würzburger Infektiologie ist auch die Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin beteiligt, die ein Teilprojekt zur KI-Echokardiographie leitet. Auch deutsche und bolivianische Studierende sind im Rahmen von Master- und Doktorarbeiten in das Projekt eingebunden.
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