03.09.2026 • News

DFG fördert Essener Immunforscherin

Dr. Christina Wenzek erforscht, wie Schilddrüsenhormone das Immunsystem steuern. In einem Projekt untersucht die Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, wie sich Schilddrüsenfunktionen auf sogenannte T-Zellen auswirken.

Dr. Christina Wenzek an einem ihrer Arbeitsplätze im Labor
Dr. Christina Wenzek an einem ihrer Arbeitsplätze im Labor
© Dr. Christina Wenzek

T-Zellen sind wichtige Abwehrzellen des Körpers, die gefährliche Krankheitserreger bekämpfen können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ihr Vorhaben mit rund 515.000 Euro für drei Jahre. Die Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze für Atemwegsinfektionen, Krebs und Autoimmunerkrankungen eröffnen.

Dr. Christina Wenzek ist Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und erforscht, wie Schilddrüsenhormone das Immunsystem beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen spezialisierte Immunzellen, sogenannte T-Zellen, die bei der Abwehr von Krankheiten eine zentrale Rolle spielen. In ihrem Projekt untersucht sie, wie sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auf diese Zellen auswirkt, besonders bei akuten Atemwegsinfektionen. Möglicherweise steuern Schilddrüsenhormone das Verhalten von Abwehrzellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ihr Vorhaben für drei Jahre mit rund 515.000 Euro.

Dr. Christina Wenzek arbeitet in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel des Universitätsklinikums Essen (UK Essen). „Die Förderung meines ersten Projekts sowie der eigenen Stelle ist ein Meilenstein in meiner Karriere“, sagt sie. Die Gutachter:innen der DFG loben die hohe Innovationskraft des Projekts, den interdisziplinären Ansatz und den möglichen Nutzen neuer Erkenntnisse. Zudem verweisen sie auf die außerordentlich starke Publikationsbilanz von Dr. Wenzek.

Türöffner für effektivere Therapien

Mit Hilfe molekularbiologischer Techniken analysiert die DFG-geförderte Infektionsbiologin die Signalwege, über die Schilddrüsenhormone auf T-Zellen wirken. Ziel ist, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Hormon- und Immunsystem besser zu verstehen. Die Erkenntnisse könnten langfristig neue Ansätze für Therapie und Prävention von Erkrankungen bieten.

Breites Anwendungsspektrum denkbar

Dr. Wenzeks Forschung könnte neue Wege bei der Behandlung von Atemwegsinfektionen sowie bei Krebstherapien eröffnen. Besonders wichtig wären die Erkenntnisse für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Ein besseres Verständnis der lokalen Wirkung von Schilddrüsenhormonen auf T-Zellen kann zudem Diagnosen und Behandlungen verbessern.

Interdisziplinarität als Schlüssel

„Interdisziplinäre Forschung ist eine zentrale Voraussetzung für medizinischen Fortschritt“, sagt Dr. Christina Wenzek. „Die komplexen Zusammenhänge im menschlichen Körper lassen sich durch die enge Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen besser entschlüsseln.“ Förderprogramme sollten laut Wenzek daher interdisziplinäre Projekte noch stärker unterstützen. Das würde auch Innovationen in der Forschung wahrscheinlicher machen.

Kollaborationspartner*innen:

  • Institut für Medizinische Mikrobiologie (UK Essen) – Prof. Dr. Astrid Westendorf, PD Dr. Torben Knuschke
  • Institut für Humangenetik (UK Essen) – Prof. Dr. Frank Kaiser, Dr. Nina Härting
  • Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung (UK Essen) – Prof. Dr. Daniel Engel
  • Institut für Tierpathologie (FU Berlin) – Prof. Dr. Robert Klopfleisch
  • Amsterdam Gastroenterology Endocrinology Metabolism (Amsterdam UMC) – Prof. Anita Boelen

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