DGIM zeichnet Medizinjournalismus aus
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) hat im Rahmen ihres 132. Internistenkongresses in Wiesbaden die diesjährigen Medienpreise verliehen.

Ausgezeichnet wurden drei journalistische Arbeiten, die den Wandel der Medizin differenziert, verständlich und mit hoher fachlicher Qualität vermitteln.
Der Medienpreis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Medizin im Wandel – wie Forschung die Grenzen des Heilbaren neu definiert“ und würdigt Beiträge, die aktuelle Entwicklungen der Inneren Medizin fundiert einordnen und deren Bedeutung für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem sichtbar machen.
1. Platz: Personalisierte Medizin im Fokus
Der erste Preis geht an Daniela Remus für ihren Hörfunkbeitrag „Maßgeschneiderte Therapien – Wenn Medizin personalisiert und präzise ist“ (BR 2).
Der Beitrag beleuchtet die Chancen und Grenzen der personalisierten Medizin, insbesondere in der Onkologie und bei seltenen Erkrankungen. Anschaulich zeigt er, wie genetische Analysen und molekulare Diagnostik bereits heute ermöglichen, Therapien gezielter einzusetzen. Gleichzeitig werden bestehende Herausforderungen benannt – etwa die bislang begrenzte Wirksamkeit für alle Patientengruppen sowie hohe Kosten und mögliche Nebenwirkungen.
2. Platz: Fortschritte in der Krebsmedizin verständlich erklärt
Den zweiten Platz erhalten Christina Berndt und Julia Schubert (Illustration) für ihren Beitrag „Wird der Krebs besiegt?“ (Süddeutsche Zeitung).
Der Beitrag zeichnet die Entwicklung der Krebsmedizin nach – von früheren, begrenzten Therapieoptionen hin zu modernen personalisierten und immunologischen Ansätzen. Er macht deutlich, dass Krebs keine einheitliche Erkrankung ist, sondern viele unterschiedliche Krankheitsbilder umfasst. Die Jury würdigte insbesondere die gelungene Verbindung aus fachlicher Tiefe, Verständlichkeit und innovativem digitalem Storytelling.
3. Platz: Herzgesundheit als gesellschaftliche Herausforderung
Der dritte Preis geht an Edda Grabar für ihren Beitrag „Rettung fürs Herz“ (FOCUS).
Der Beitrag vermittelt ein umfassendes Bild der modernen Herzmedizin – von biologischen Grundlagen über therapeutische Möglichkeiten bis hin zu strukturellen Defiziten im Gesundheitssystem. Er zeigt, welche Faktoren die Herzgesundheit beeinflussen und warum Deutschland trotz medizinischer Fortschritte im europäischen Vergleich zurückliegt. Die Jury hebt besonders die gesellschaftliche Relevanz und die ausgewogene Aufbereitung hervor.
Unabhängige Jury mit breiter Expertise
Über die Preisvergabe entschied eine unabhängige Jury aus Medizin und Journalismus:
- Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM,
- Oliver Erens, Vorsitzender des Verbands der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V. (VMWJ),
- Julia Rotherbl, Chefredakteurin der Apotheken Umschau,
- sowie Korinna Hennig, Teamleiterin im Wissensressort von NDR Info/Redaktion ARD Gesund.
Im Sinne der Transparenz ist anzumerken, dass sich Korinna Hennig bei der Bewertung des Beitrags von Daniela Remus enthalten hat, da diese als freie Mitarbeiterin in ihrer Redaktion tätig ist.
Medizin verständlich machen – eine zentrale Aufgabe
Mit den Medienpreisen würdigt die DGIM journalistische Arbeiten, die medizinische Themen fundiert recherchieren, kritisch einordnen und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machen. Gerade in Zeiten eines rasanten medizinischen Fortschritts kommt dem qualitätsgesicherten Medizinjournalismus eine zentrale Rolle zu: Er schafft Orientierung, fördert Verständnis und trägt dazu bei, komplexe Entwicklungen in den gesellschaftlichen Diskurs einzuordnen.
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