03.02.2026 • News

Drittmittelförderung für innovativen Feedback-Handschuh

Das Hochschulzentrum für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie unter Abteilungsdirektor Professor Dr. Dr. Lukas Prantl am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat einen bedeutenden Erfolg in der Einwerbung von Drittmitteln erzielt.

Für das Projekt verantwortlich (v.li.): Dr. Andreas Siegmund, Prof. Dr. Silvan...
Für das Projekt verantwortlich (v.li.): Dr. Andreas Siegmund, Prof. Dr. Silvan Eisenmann, Prof. Dr. Dr. Lukas Prantl und PD Dr. Marc Rüwe. Nicht mit auf dem Bild: Prof. Dr. Alexandra Anker und Dr. Andreas Eigenberger.
© UKR

Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Professor Dr. Silvan Eisenmann erhält eine Förderung in Höhe von 880.000 Euro zur Entwicklung eines neuartigen multisensorischen Feedback-Wearables zur sensorischen Rehabilitation der Hand.

„Der Verlust des Tastsinns bedeutet für viele Betroffene einen massiven Einschnitt in Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität. Mit diesem Projekt verlassen wir bewusst klassische Rehabilitationspfade und schaffen ein intelligentes, alltagstaugliches System, das sensorische Defizite funktionell kompensieren kann – ein echter Paradigmenwechsel in der Handrehabilitation“, sagt Professor Dr. Silvan Eisenmann, Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKR.

Im Zentrum der Entwicklung steht ein innovativer Feedback-Handschuh, der ausgeübten Druck in vibrotaktile Signale umwandelt und diese gezielt an noch intakt innervierte Gewebeareale weiterleitet. Ergänzend sorgen visuelle und auditive Warnsignale bei zu hohem Druck oder gefährlichen Temperaturen für ein neuartiges Sicherheits- und Orientierungssystem. Grundlage der Technologie sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Weiterleitung von Vibrationsreizen über Weichteile, Sehnen und knöcherne Strukturen. Ziel ist es, Menschen mit dauerhaftem Sensibilitätsverlust der Hand – etwa nach peripheren Nervenverletzungen – dabei zu unterstützen, Druck-, Temperatur- und Berührungsreize wieder wahrnehmen und sicher einordnen zu können.

Die Anwendungsmöglichkeiten des Feedback-Wearables reichen dabei weit über die klassische medizinische Rehabilitation hinaus. Perspektivisch sind Einsatzfelder im Handwerk, in industriellen Arbeitsumgebungen sowie bei neurologischen Erkrankungen wie diabetischer Polyneuropathie oder Querschnittslähmung denkbar.

Mit der erfolgreichen Drittmittelförderung unterstreicht die Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKR erneut ihre führende Rolle in der translationalen Forschung an der Schnittstelle von Medizin, Technik und klinischer Anwendung.

Das interdisziplinäre Projekt wird von Professor Dr. Silvan Eisenmann gemeinsam mit PD Dr. Marc Rüwe, Dr. Andreas Siegmund, Dr. Andreas Eigenberger und Professorin Dr. Alexandra Anker über einen Zeitraum von drei Jahren realisiert.

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