ERC Starting Grant für Stephanie Möllmert am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung
Stephanie Möllmert, unabhängige Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, erhält einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). In ihrem geförderten Projekt REPROMECH will sie die physikalischen und mechanischen Bedingungen im Eileiter und ihre Bedeutung für den Transport von Eizellen und frühen Embryonen untersuchen.

„Ich freue mich sehr über den ERC Starting Grant, weil er mir ermöglicht, genau der Fragestellung nachzugehen, die mich wissenschaftlich besonders antreibt: Wie wird aus hormoneller und zellulärer Regulation eine funktionierende Mechanik?“, sagt Stephanie Möllmert. „Im Eileiter müssen Muskelaktivität, Gewebeeigenschaften und Flüssigkeitsströmungen so zusammenspielen, dass Eizellen und frühe Embryonen zuverlässig transportiert werden. Ich möchte verstehen, welche physikalischen Parameter diesen Prozess bestimmen und innerhalb welcher Grenzen sie liegen müssen, damit eine normale Funktion möglich ist.“
Kräfte und Mechanik im Eileiter verstehen
Hier setzt Stephanie Möllmert mit ihrem Projekt REPROMECH an. Im Zentrum steht die quantitative Charakterisierung des Eileiters als mechanisch aktives Organ. Erfasst werden unter anderem Muskelaktivität, Gewebezusammensetzung und -verformbarkeit sowie Strömungsverhältnisse. Aus ihrem Zusammenspiel soll ein mechanischer Funktionsbereich beschrieben werden, innerhalb dessen der Eileiter seine physiologische Aufgabe erfüllen kann.
Biophysik und Reproduktionsbiologie greifen ineinander
In ihrer Forschungsarbeit wird Stephanie Möllmert Methoden aus der Physik und den Lebenswissenschaften einsetzen: quantitative mechanische Tests, verschiedene Bildgebungsverfahren sowie experimentelle Modelle lebender Zellen und Gewebe. Damit untersucht sie, wie sich die mechanischen Größen des Eileiters erfassen und mit seiner Funktionalität in Beziehung setzen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich diese mechanischen Zustände mit dem Alter verändern.
„Wissenschaftliche Grenzen erweitern“
ERC Starting Grants dienen dazu, jungen Spitzenforschenden den Aufbau ihrer eigenen unabhängigen Forschungsgruppe oder ihres eigenen Forschungsprogramms in Europa zu ermöglichen und sie dadurch auf dem Weg in die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu unterstützen. ERC-Präsidentin Maria Leptin sagt: „Die Kreativität und der Ehrgeiz dieser neuen Generation von Stipendiaten sind inspirierend. Unter den Forschenden, die ihre Arbeit europaweit durchführen werden, sind mehr als 50 Nationalitäten vertreten. Die Förderung verschafft ihnen Unabhängigkeit und unterstützt sie in der frühen Phase ihrer Karriere – was sie benötigen, um wissenschaftliche Grenzen zu erweitern. Das ist die beste Investition, die wir tätigen können, um unsere Forschungsbasis und die Zukunft Europas weiter zu stärken.“













