Europa muss für die Menschen konkret werden
Europa als Idee und als gemeinsamer Markt steht zunehmend unter Druck – auch von populistischen Parteien.

Umso wichtiger ist es, die konkreten Vorteile europäischer Zusammenarbeit sichtbar und erlebbar zu machen. Gerade das Gesundheitswesen zeigt, wie unmittelbar europäische Entscheidungen den Alltag der Menschen und die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern betreffen.
Bei ihrem ersten Besuch in Brüssel als Präsidentin der European Hospital and Healthcare Federation (HOPE) hat die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Henriette Neumeyer, diese Themen in Gesprächen mit zentralen europäischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern thematisiert.
Im Gespräch mit Annukka Ojala aus dem Kabinett der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Roxana Mînzatu, stand die Berufsanerkennung im Mittelpunkt. Die Europäische Kommission will mit dem angekündigten Fair Labour Mobility Package die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU erleichtern und zugleich faire Arbeitsbedingungen und soziale Rechte sichern. Dazu gehören auch einfachere Verfahren zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen und stärkere Digitalisierung der Prozesse.
„Genau solche Schritte können Europa für die Menschen greifbar und erlebbar machen“, betonte Henriette Neumeyer. Für die DKG ist klar: Gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in den unterschiedlichen Berufsfeldern der Krankenhäuser sind eine zentrale Voraussetzung für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Ein einfacheres, transparenteres und digitalisiertes Anerkennungsverfahren kann dabei helfen, internationale Fachkräfte schneller in die Versorgung zu bringen – und damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des zunehmenden Fachkräftemangels leisten.
Doch die Gespräche in Brüssel gingen weit darüber hinaus. Mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern wurden unter anderem die Weiterentwicklung der Medizinprodukteverordnung (MDR), die Resilienz der Krankenhäuser in Europa und die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen diskutiert.
Auch hier wird deutlich, wie konkret Europa für die Menschen ist. Die Resilienz der Krankenhäuser zu stärken, ist angesichts hybrider und direkter Bedrohungen von enormer Bedeutung. Und bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen gilt besonders: Ein Problem, das keine Grenzen kennt, kann auch nicht allein national gelöst werden.
Europa wird dann stark, wenn gemeinsame Lösungen dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Für die Krankenhäuser bedeutet das: weniger Bürokratie und schnellere Anerkennung von Qualifikationen, verlässliche Rahmenbedingungen für Medizinprodukte, widerstandsfähige Strukturen und ein gemeinsames Vorgehen gegen Antibiotikaresistenzen. Die DKG will dazu ihren Beitrag leisten und sich dafür einsetzen, dass europäische Zusammenarbeit nicht abstrakt bleibt, sondern konkrete Verbesserungen für Patientinnen und Patienten sowie für die Beschäftigten im Krankenhaus bringt.














