18.12.2024 • News

Greifswald: Vorreiter der medizinischen Robotik

An der Universitätsmedizin Greifswald sind im Dezember die ersten gynäkologischen und gynäkologisch- onkologischen Eingriffe Deutschlands, Österreichs und der Schweiz mit dem OP-Roboter da Vinci Single Port vorgenommen worden.

Foto: Wiley AdobeStock
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Der da Vinci Single Port (SP) arbeitet mit nur einem Arm, weswegen auch nur eine kleine Wunde entsteht. Für das Team um Oberarzt Dr. Zaher Alwafai und Prof. Marek Zygmunt steht das System für Erweiterung des Behandlungsspektrums der operativen Gynäkologie. „Für die Patientinnen ist der Eingriff mit nur einem Roboterarm schonender“, nennt Prof. Zygmunt den zentralen Vorteil. Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe begründet: „Es entsteht nur eine kleine Wunde. Das ist natürlich wesentlich angenehmer und beschleunigt die Genesung.“

Die Eingriffe hätten gezeigt, dass die Bedienung der nächsten Roboter-Generation „für das Operationsteam bequemer und intuitiver als bisher“ sei, berichtet Zygmunt. Er betont: „Das System wird nicht alle bisherigen OP-Methoden ersetzen, sondern als zusätzliche robotisch-assistierte Möglichkeit individuell und für spezielle Eingriffe zum Einsatz kommen. Wir sammeln jetzt erste Erfahrungen, von denen andere Kliniken in ganz Deutschland profitieren werden.“ Wegen der Enge des Beckenraums sei der SP gut für gynäkologische Operationen geeignet, so Dr. Alwafai. Denkbar seien auch transvaginale Eingriffe.

Prof. Uwe Reuter, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin Greifswald: „Die Unimedizin entwickelt sich zu einem Vorreiter der Robotik. Dieses ist vor allem dem Wissenschaftsministerium unseres Bundeslandes zu verdanken, das dieses OP-System finanziert hat, sowie dem Engagement in mehreren Kliniken unseres Hauses. Das beweisen auch die jetzigen erfolgreichen Eingriffe der Frauenklinik.“
Die Unimedizin verfügt wie viele Krankenhäuser über einen da Vinci Xi. Die Greifswalder Besonderheiten sind die Professur für Robotik und die zweite Konsole in jedem System, dank der gemeinsam trainiert und das Wissen bereits im Studium vermittelt werden kann.

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