21.11.2011 • News

Hartmannbund zur vierten Tarifverhandlungsrund mit der VKA

Im Vorfeld der morgen beginnenden vierten Tarifrunde für die an kommunalen Krankenhäusern beschäftigten Klinikärzte hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, an die kommunalen Arbeitgeber appelliert, notwendige finanzielle Aufwendungen für Krankenhäuser und die dort tätigen Ärztinnen und Ärzte nicht länger als belastende Kostenfaktoren, sondern als unverzichtbare Investition in die regionale medizinische Infrastruktur zu begreifen.

„Die Frage einer hochwertigen medizinischen Versorgung ist zunehmend ein entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Standortes. Ohne motivierte und gut ausgebildete Ärzte an den kommunalen Kliniken wird sich eine solche medizinische Infrastruktur aber künftig nicht mehr abbilden lassen", sagte Reinhardt. Das sei zuallererst für die Kommunen in der Fläche eine ernsthafte Bedrohung. Dort zeige sich bereits jetzt in alarmierender Weise, wie unattraktive Arbeitsbedingungen Ärztemangel beschleunigten. Dies müsse der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA) in den Tarifverhandlungen bewusst sein, wenn sie rigoros die Forderungen der Klinikärzte ablehne.

Reinhardt: „Wer zukunftsorientiert denkt, kann die Augen nicht länger davor verschließen, dass eine Forderung wie die nach planbaren und verlässlichen Bereitschaftsdiensten nur eine von vielen unerlässlichen Bedingungen ist, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen und damit den Arztberuf am Krankenhaus überhaupt für viele junge Mediziner wieder attraktiv zu machen."

Arbeitszeiten müssten aber nicht nur planbar und familienfreundlich sein, sondern die erbrachte Leistung müsse auch angemessen honoriert werden, so Reinhardt. Eine Gehaltssteigerung auf Niveau des Inflationsausgleichs werde diesem Anspruch zum Beispiel nicht gerecht.

Die VKA täte gut daran, diese Tatsachen zu akzeptieren und auch entsprechend zu handeln. „Vordergründige Rechenexempel, wonach die Krankenhäuser angeblich keinen Spielraum nach oben haben, werden sich schon bald als kurzsichtige unternehmerische Dummheit erweisen, die am Ende vor allem für Städte und Gemeinden die Situation unnötig verschärft", sagte Reinhardt. Dass Verzögerungstaktik nicht zielführend sei, hätten die jüngsten Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) gezeigt.

 

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