15.10.2026 • News

Kontinuität in der Leitung: Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie stellt sich für die Zukunft auf

Die langjährige Klinikdirektorin Prof. Thea Koch übergibt die Leitung im Frühjahr 2027. Mit Prof. Peter Spieth rückt ein Kollege aus dem Führungsteam auf die Position. Die Klinik deckt ein breites medizinisches Spektrum ab, das weit über die klassische „Narkose“ hinausgeht

Prof. Thea Koch und Prof. Peter Spieth, Klinik und Poliklinik für...
Prof. Thea Koch und Prof. Peter Spieth, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Dresden
© UKDD/Michael Kretzschmar

Wenn Prof. Thea Koch im kommenden Jahr nach fast dreißig Jahren erfolgreicher Arbeit an der Spitze der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie in den Ruhestand geht, wird sie die Klinikleitung in guten Händen wissen. In den kommenden Monaten übergibt die erfahrene Anästhesiologin diese Aufgabe an Prof. Peter Spieth, der bisher als stellvertretender Klinikdirektor zu ihrem Team gehörte.
 
 „Wir sind sehr dankbar, dass Prof. Thea Koch die Klinik mit ihrem Engagement und ihrer Expertise so geprägt und für die Zukunft aufgestellt hat. Im Sinne eines „Shared Leadership“-Modells werden Prof. Koch und Prof. Spieth die Klinik zunächst gemeinsam leiten. Damit schaffen wir Kontinuität in der Leitung dieser wichtigen Klinik“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
 
 „Ich bin überzeugt, dass Prof. Spieth die Klinik aufgrund seiner hohen fachlichen Kompetenz, seiner langjährigen Leitungserfahrung, seiner Innovationskraft und seiner wertschätzenden Art erfolgreich in die Zukunft führen wird“, sagt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie.
 
 1998 begann Prof. Thea Koch Tätigkeit am Universitätsklinikum Dresden als stellvertretende Direktorin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. Bereits vier Jahre später übernahm sie die Leitung der Klinik. Dabei hatte sie stets auch Lehre und Forschung sowie ein vielfältiges medizinisches Engagement im Blick. Von 2006 bis 2013 war sie zudem Studiendekanin der Medizinischen Fakultät. Ihr langjähriges Engagement spiegelt sich auch in zahlreichen Mitgliedschaften und Funktionen in Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer und dem Österreichischen Wissenschaftsrat wider. Besonders hervorzuheben sind ihre Tätigkeit als Präsidentin und Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie ihr Engagement als Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsche Anästhesiologie und Mitglied des Aufsichtsrates des Universitätsklinikums Ulm.
 
 In ihren verschiedenen Leitungsfunktionen, insbesondere während ihrer Zeit als Studiendekanin, setzte sie wichtige Impulse für eine patientenorientierte Ausbildung des medizinischen Nachwuchses und die Weiterentwicklung der Facharzt-Weiterbildung. Auf ihre Initiative hin wurden zudem spürbare Verbesserungen in der interprofessionellen Zusammenarbeit und der Kommunikation auf deutschen Intensivstationen angestoßen. Sie hat in ihrer Klinik als eine der ersten die Etablierung der ultraschall- gestützten Regionalanästhesie vorangetrieben und damit erheblich zur Verbesserung der Patientensicherheit beigetragen. Besondere Verdienste hat sie durch die Einführung des innerklinischen Notfallteams und der jährlichen Schulungen aller klinisch tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erworben. Hierdurch konnte das Auftreten von Herzkreislaufstillständen im Vergleich zu anderen Krankenhäusern deutlich gesenkt werden. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte, insbesondere in der Sepsis- und Beatmungsforschung haben Eingang in die klinische Praxis gefunden. Hierfür ist auch die Gründung des intersektoralen Comprehensive Sepsis-Centrums Dresden/Kreischa ein Beispiel verbesserter Versorgung der Akut- und Langzeitversorgung. Im Rahmen eines internationalen EU-Projektes erforscht sie derzeit, wie mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die personalisierte und individuell abgestimmte Beatmung, für die Patientinnen und Patienten optimiert werden kann.
 
 Der akademische Werdegang von Prof. Peter Spieth zeugt ebenfalls von einem herausragenden Engagement in Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie beim Aufbau wissenschaftlicher Netzwerke. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Tübingen und Dresden führte ihn sein beruflicher Weg 2006 an die Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Dresden. Neben der klinischen Weiterbildung wurde er 2007 an der TU Dresden mit „summa cum laude“ promoviert und habilitierte sich 2014 mit einer Arbeit zur variablen druckunterstützten Beatmung. Mit einem Stipendium der DFG an der University of Toronto sowie Forschungsaufenthalten in Rio de Janeiro und Adelaide baute er sich ein internationales Forschungsnetzwerk auf. Neben dem Facharzt für Anästhesiologie erwarb er die Zusatzbezeichnungen Notfall- und Intensivmedizin sowie die Fachkunde Leitender Notarzt. 2016 übernahm er die Leitung der anästhesiologischen Intensivstation, 2018 die Funktion des stellvertretenden Klinikdirektors. Im selben Jahr erhielt er die W2-Professur für Anästhesiologie und Intensivtherapie mit dem Schwerpunkt differenzierte Lungenunterstützung an der TU Dresden. 2026 folgte der Ruf auf die W3-Professur für Anästhesiologie an eine andere Fakultät.
 
 „Wir begrüßen die Entscheidung von Prof. Peter Spieth, den auswärtigen Ruf abzulehnen. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 wurde er auf die W3-Professur für Anästhesiologie und Intensivtherapie an der TU Dresden berufen. Damit wird der Wissenschaftsstandort Dresden nachhaltig gestärkt. Die Kontinuität seiner wissenschaftlichen Expertise bietet wichtige Perspektiven für die langfristige Weiterentwicklung von Forschung und Innovation,“ sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden.
 
 Sein wissenschaftliches Profil umfasst neben der Beatmungsforschung innovative und klinisch relevante Themenfelder wie Digital Health und Data Science, smarte Sensorik sowie die perioperative Hämostaseologie. Bislang hat er mehr als 170 begutachtete Fachpublikationen veröffentlicht und über drei Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Seine Forschungsleistungen wurden mehrfach national und international ausgezeichnet.
 
In den vergangenen Jahren lag ein besonderer Schwerpunkt seiner klinischen Tätigkeit auf dem Aufbau und der Weiterentwicklung des ARDS/ECMO-Zentrums, das sich unter seiner Leitung zu einer der größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland entwickelte. Während der COVID-19-Pandemie übernahm er eine zentrale Rolle bei der Koordination der intensivmedizinischen Versorgung im Krankenhaus-Cluster Ostsachsen. 2024 wurde er zum Gründungsdirektor des Interdisziplinären Zentrums für Intensivmedizin (GBA-Intensivzentrum) gewählt.

"Ich bin sehr froh, dass wir mit Prof. Spieth einen langjährigen, geschätzten Mitarbeiter für diese verantwortungsvolle Führungsposition gewinnen konnten. Mit seiner Erfahrung und seinem Engagement wird er dazu beitragen, den Standort Dresden in der Anästhesie, Notfall- und Intensivmedizin erfolgreich weiterzuentwickeln", resümiert Prof. Thea Koch.
 
 Der nahtlose Übergang in der Klinikleitung schafft sowohl fachlich als auch menschlich beste Voraussetzungen für die Zukunft. Prof. Spieth steht für Kontinuität und Verlässlichkeit und trägt dazu bei, die hohe Qualität der klinischen Versorgung langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Zugleich bietet er den Mitarbeitenden Planungssicherheit und eine klare Perspektive.

 

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