17.03.2026 • News

Leipziger Uniklinikum setzt auf eigene KI

Das selbstentwickelte Company-GPT ermöglicht einen rechtssicheren Einsatz von KI im Klinikum.

Leipziger Uniklinikum setzt auf eigene KI
© Foto: Wiley / Adode Stock

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Krankenhäuser. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) geht nun einen wichtigen Schritt auf diesem Weg: Mit dem neuen System UKL-GPT bringt das Klinikum eine hausinterne KI-Plattform an den Start, die datenschutzkonform und sicher vollständig im eigenen Rechenzentrum betrieben wird. Mit dieser Entwicklung eines klinikweit einsetzbaren Company-GPT übernimmt das UKL eine Vorreiterrolle.
 
 Das neue, hausinterne KI-Assistenzsystem unterstützt Mitarbeiter im klinischen und administrativen Alltag und entspricht höchsten Datenschutzstandards. Als Company-GPT wurde es speziell für die Anforderungen eines Universitätsklinikums entwickelt und kann auch mit sensiblen Informationen wie Patientendaten oder Unternehmensinterna arbeiten.
 „Wir wollten die Vorteile moderner generativer KI nutzen, ohne Kompromisse beim Datenschutz einzugehen“, beschreibt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, die Voraussetzungen für die Entscheidung.
 „Viele Krankenhäuser nutzen KI bereits, aber bisher nur punktuell, etwa für die medizinische Entscheidungsunterstützung in der Radiologie. Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares, internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen – etwas, das es so bisher erst an ganz wenigen Orten gibt“, so Dr. Jacob weiter.
 
Digitaler Wissensassistent für über 8.000 Dokumente
 
 Kernfunktion von UKL-GPT ist eine intelligente Suche in rund 8.700 internen Dokumenten aus dem Dokumentenlenkungssystem roXtra – darunter Leitlinien, SOPs (Standard Operating Procedures bzw. Standardarbeitsanweisungen) und Verwaltungsunterlagen. Mitarbeiter erhalten so schneller Zugriff auf relevantes internes Wissen und Festlegungen.
 Hinzu kommt als zweiter Baustein ein KI-gestützter Textassistent (Chatbot), der bei der Erstellung von E-Mails, Berichten oder Zusammenfassungen hilft. UKL-GPT verarbeitet dabei bis zu 140 Sprachen und hilft damit auch bei der Einbindung internationaler Kollegen.
 Perspektivisch soll das System zu einer zentralen Wissens- und Assistenzplattform am UKL ausgebaut werden. Geplant ist, die KI-Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Aktuell setzt das KI-Team weitere konkrete Anwendungen um, z. B. zur Unterstützung der Patienten-Anamnese oder automatisierten Erstellung von Anträgen. Zudem werden schrittweise weitere interne Systeme wie SharePoint und Netzlaufwerke oder das gesamte digitale Patienten-Archiv mit über 20 Mio. medizinischen Dokumenten angebunden. Im Endeffekt soll UKL-GPT so zur digitalen Schnittstelle zwischen den derzeit noch vielfältigen Dokumentenverwaltungen und Informationssystemen und somit auch zwischen Verwaltung und klinischen Prozessen werden.
 
Entstanden aus einem Datathon
 
 Die Idee zu UKL-GPT entstand 2024 im Rahmen eines klinikinternen Datathons, bei dem an zwei Tagen kleine interdisziplinäre Teams Pilot-Lösungen für aktuelle datenbezogene Herausforderungen am Klinikum entwickelt haben. Initiiert wurde das Projekt von einem damaligen Assistenzarzt, umgesetzt von der Leipziger Firma 4K Analytics GmbH, die das System in Zusammenarbeit mit dem UKL entwickelte. Nach einer ersten erfolgreichen Pilotphase mit mehr als hundert Nutzer wurde UKL-GPT nun für den Regelbetrieb freigegeben.
 „Das System entlastet bei täglichen Aufgaben und schafft so Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe: die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. Carina Cundius, Abteilungsleiterin Analytics im Bereich IT am UKL, die das Projekt begleitete.

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