Mediziner der Uniklinik Köln erhalten Preise


Zweifacher Grund zur Freude an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln: Auf dem diesjährigen Deutschen Anästhesie Congress ist der Assistenzarzt Dr. Robert Schier mit dem Klinisch-wissenschaftlichen Forschungspreis 2011 der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und einem Preisgeld in Höhe von 20.000 € ausgezeichnet worden. Facharzt Sanjay Aduckathil erhielt den zweiten Preis im wissenschaftlichen Vortragswettbewerb des Kongresses.
„Ich bin sehr stolz auf die Leistungen meiner Mitarbeiter. Beide Preise - und gerade die herausragende Auszeichnung für Dr. Schier - sind eine große Ehre für unsere gesamte Klinik und würdigen die Arbeit sehr engagierter und innovativer junger Wissenschaftler", gratulierte Prof. Dr. Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin.
Die internationale Jury unter Vorsitz von Sten G.E. Lindahl, Leiter Forschung und Lehre an der Karolinska Universitätsklinik in Stockholm und Vorsitzender des Nobelpreiskomitees für Medizin, zeichnete Dr. Schier für seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der präoperativen Verbesserung der Gefäßfunktion durch körperliches Training aus. „Die aktuelle Studie befasst sich mit einer beeindruckenden Vision, von der wir hoffen, dass sie wie ein Funke durch die Ärzteschaft gehen wird", so Lindahl bei der Preisverleihung.
Dr. Schier führt als einer der ersten Wissenschaftler eine klinische Studie mit präoperativem körperlichem Training durch. „Wir versuchen bei den Patienten die Anzahl der Zellen zu steigern, die die Gefäße des Körpers reparieren", erklärt der Mediziner. Bei großen Operationen kann es durch Entzündungen zu Schäden an den Gefäßwänden kommen. Mögliche Folgen sind postoperative Komplikationen wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen oder Herzinfarkt. „Damit die Gefäßwände geschützt werden, trainieren die teilnehmenden Patienten vor der Operation zwei- bis dreimal pro Woche wie ein Sportler vor einen Wettkampf", so Dr. Schier.
Sanjay Aduckathil wurde auf dem Kongress der zweite Preis im wissenschaftlichen Vortragswettbewerb verliehen. Er berichtete von seiner Promotionsarbeit, bei der er zusammen mit PD Dr. Hans Gerbershagen (Uniklinik Utrecht) und PD Dr. Winfried Meißner (Uniklinik Jena) erstmals eine umfangreiche prozeduren-spezifische Untersuchung postoperativer Schmerzen im klinischen Alltag durchführen konnte. Die Mediziner analysierten dabei Daten zur Schmerztherapie aus dem QUIPS-Projekt. „Wir haben 529 operative Eingriffe in allen operativen Fachbereichen definiert und anschließend die maximale Schmerzintensität in den ersten 24 Stunden nach der Operation verglichen", so Aduckathil. „Es offenbarten sich viele Operationen mit unerwartet hohen Schmerzintensitäten."
Dafür kann es vielfältige Gründe geben: Bei einem Teil der Operationen scheint die Schmerzhaftigkeit der Eingriffe unterschätzt zu werden, was zu unzureichender Analgetikaverabreichung führen kann. Bei anderen Operationen werden bessere Schmerztherapieverfahren trotz guter Studienlage zu selten angewandt. Durch ihre Arbeit schuf die Gruppe eine zukünftig deutschlandweite Vergleichsbasis für postoperative Schmerzintensitäten und andere Qualitätsindikatoren zwischen genau definierten operativen Eingriffen. Damit wird eine weitere Optimierung der Schmerzbehandlung nach einer Operation für alle Patienten möglich.
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