Wirkung von Musik auf die Gesundheit erforschen
Neu: Kronberg Institute for Music and Health - Medizinische Forschung an der Schnittstelle von Musik und Gesundheit

Im Musikquartier in Kronberg entsteht mit dem Kronberg Institute for Music and Health ein innovatives Forschungsinstitut, das die Wirkung von Musik auf Gesundheit und Wohlbefinden wissenschaftlich untersucht – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Casals Forum und der Kronberg Academy, im Spannungsfeld von künstlerischer Exzellenz und medizinischer Forschung.
Ziel des Instituts ist es, die Wirkungsweisen von Musik auf Körper und Psyche interdisziplinär zu erforschen und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für Prävention, Therapie und gesellschaftliche Teilhabe zu gewinnen. Dabei werden medizinische, psychologische, musikpädagogische und künstlerische Perspektiven zusammengeführt.
Erweiterungsbau für das Institut
Das Institut wird in einem Erweiterungsbau der Kronberg Academy am Beethovenplatz angesiedelt sein – unmittelbar neben dem Casals Forum. Die Finanzierung des Gebäudes wird durch eine sehr großzügige Spende der Familie Strauss ermöglicht. Steffen Strauss sagte anlässlich des Festaktes: „Für die Familie Strauss ist die Gesundheitsförderung Teil unserer Unternehmerphilosophie. Mit dem Erweiterungsbau schaffen wir den notwendigen Rahmen für das Institut, um die heilende und positive Kraft der Musik für die Gesundheit zu erforschen und einzusetzen.“
Living Lab für moderne Forschung unter realen Konzertbedingungen
Herzstück des Erweiterungsbaus ist ein kleiner Konzertsaal („Living Lab“), der wissenschaftliche Untersuchungen der Zuhörer unter realen Konzertbedingungen ermöglicht. Dabei kommen unter anderem modernste Verfahren wie Motion-Capture, Pupillometrie und Herzratenmessung zum Einsatz. Der Baubeginn des neuen Gebäudes ist für Herbst dieses Jahres vorgesehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant. Die Kronberg Academy wird das Gebäude betreiben. Gründer und Intendant der Kronberg Academy, Raimund Trenkler, hebt hervor: „Kronberg steht für künstlerische Exzellenz und unmittelbare Konzerterlebnisse. Mit dem Kronberg Institute for Music and Health machen wir diesen Erfahrungsraum jetzt auch für Forschungsprojekte zugänglich.“
Kooperationen: Bestehendes ausbauen, Neues entwickeln
Bereits jetzt laufen erste Forschungsvorhaben; weitere Projekte befinden sich in Vorbereitung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Fortführung und dem Ausbau bestehender Kooperationen, beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Klinik Hohe Mark in Oberursel sowie mit der Privatklinik Dr. Amelung in Königstein. Auch die Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main soll fortgeführt werden. Gemeinsam wurde das Projekt „Interaktive Gesprächskonzerte für Menschen mit Demenz“ umgesetzt, das künstlerische Exzellenz mit wissenschaftlicher Begleitforschung verbindet und neue Wege kultureller Teilhabe für Menschen mit kognitiven Einschränkungen eröffnet. Als weiterer Kooperationspartner ist das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt gewonnen worden.
Struktur und Leitung: Stiftungsrat und wissenschaftliches Direktorium
Der Stiftungsrat, der das Institut jenseits der Wissenschaft leitet und die strategische Ausrichtung sowie die internationale Vernetzung koordiniert, wird in den nächsten Monaten konstituiert. Den Vorsitz des Stiftungsrates übernimmt Prof. Dr. Michael Madeja. Der renommierte Stiftungsmanager und Neurowissenschaftler verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Stiftungsarbeit, in der Förderung interdisziplinärer Forschung und im Aufbau von Forschungsinstituten.
Prof. Madeja, Vorsitzender des Stiftungsrates, sieht die positiven Auswirkungen für unser Gesundheitssystem: „Der konsequente und wissenschaftlich fundierte Einsatz von Musik kann die Gesundheit von Menschen verbessern und unser Gesundheitssystem entlasten. Das Kronberg Institute for Music and Health kann damit auch international ein Vorreiter werden.“
Ein Team international führender Experten aus Neurowissenschaften, Psychologie, Musikermedizin und Musiktherapie bildet das wissenschaftliche Direktorium, dass die wissenschaftlichen Inhalte des Instituts steuert. Mitglieder des Direktoriums sind:
– Prof. Dr. Stefan Kölsch, Neurowissenschaftler und Musikpsychologe, Universität Bergen, Norwegen, Sprecher des Direktoriums
– Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller, Neurologe und Musikphysiologe, Hannover
– Prof. Dr. Christian Gold, Psychologe und Musiktherapeut, Universität Wien; Universität Bergen, Norwegen.
Prof. Kölsch, Sprecher des wissenschaftlichen Direktoriums und Autor des Buches „Good Vibrations. Die heilende Kraft der Musik“ freut sich über die neuen Forschungsmöglichkeiten: „Wenn wir die Wirkung von Musik erfassen wollen, sollten wir sie nicht nur im Labor beobachten, sondern auch dort, wo sie ihre ganze Kraft entfaltet: im realen Erleben von Aufführung und gemeinsamem Hören. Das geplante Living Lab eröffnet dafür neue Möglichkeiten.“
Musik als Ressource für Gesundheit, Wohlbefinden und Teilhabe
Mit dem Kronberg Institute for Music and Health entsteht ein Zentrum, das künstlerische Exzellenz und wissenschaftliche Evidenz systematisch zusammenführt und Impulse für Prävention, Therapie und kulturelle Praxis entwickelt. Musik wird damit als Ressource für Gesundheit, menschliches Wohlbefinden und gesellschaftliche Teilhabe langfristig gestärkt.















