Prof. Daniela Berg übernimmt Leitung der Neurologie am Campus Kiel des UKSH



Neue Direktorin der Klinik für Neurologie am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist seit dem 1. April 2016 Prof. Dr. Daniela Berg. Sie tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Günther Deuschl an. Zuletzt war Prof. Berg Forschungsgruppenleiterin am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Tübingen, sowie Oberärztin der Abteilung Neurodegeneration und Direktorin der Neurologischen Abteilung des Zentrums für ambulante Rehabilitation am Universitätsklinikum Tübingen.
Ihr Studium absolvierte die Mutter zweier Kinder von 1988 bis 1994 an der Universität Würzburg, 2002 legte sie ihre fachärztliche Prüfung ab. Ihr besonderes wissenschaftliches Interesse gilt der Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen: 2009 initiierte Prof. Berg die lebenslänglich angelegte TREND-Studie (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung von Neurodegeneration), in welcher 1200 ältere Personen regelmäßig auf Frühveränderungen der Parkinson- und Alzheimer-Krankheit untersucht werden. Zudem war Prof. Berg maßgeblich in die Entwicklung eines Ultraschall-Verfahrens involviert, mit dem parkinsonbedingte Veränderungen im Hirnstamm nicht-invasiv und bereits in sehr frühen Stadien dargestellt werden können, noch bevor die Betroffenen an Bewegungsstörungen oder dem typischen Händezittern leiden. Seit 2011 ist Prof. Berg Vorstandsmitglied der Deutschen Parkinson-Gesellschaft, die sie von 2013 bis 2015 leitete. Zudem ist die Neurologin Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler akademischer Gesellschaft wie der Movement Disorders Society, deren Task Force für die Neudefinition der Parkinson Erkrankung sie leitete.
In der Klinik für Neurologie möchte Prof. Berg den bestehenden neurodegenerativen Schwerpunkt ausbauen und dabei Früherkennung und verlaufsverändernde Therapien etablieren. Rahmenbedingungen für die Erforschung, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Gehirns im Alter zu schaffen, ist Prof. Berg ebenso ein besonderes Anliegen, wie die Unterstützung des Schlaganfallnetzwerkes und der Ausbau der Bereiche Neuroimmunologie (z.B. Multiple Sklerose) und Epileptologie. Viele der komplexen neurologischen Krankheitsbilder sind nur in enger Kooperation zu versorgen. Daher ist der Neurologin sehr an der Zusammenarbeit am UKSH, mit umliegenden Kliniken und den Kollegen im niedergelassenen Bereich gelegen.
„Wir freuen uns besonders, dass mit dem Amtsantritt von Prof. Berg eine weibliche Führungskraft die Leitung der Neurologischen Klinik in Kiel übernimmt“, sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, „entsprechend des jüngst in Kraft getretenen Frauenförder- und Gleichstellungsplanes am UKSH trägt ihre Ernennung zur positiven Entwicklung auf dem Gebiet der Gleichstellung am UKSH bei.“ Prof. Berg ist damit eine von drei weiblichen Leiterinnen Neurologischer Universitätskliniken in Deutschland.
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