Rohrpostsyteme im Krankenhaus: Schonender und schneller Transport


Rohrpostsyteme im Krankenhaus bewähren sich schon seit Längerem durch den schonenden und schnellen Transport. In den Oberhavel Kliniken-Standorten Oranienburg und Hennigsdor gibt es seit Mitte Januar dieses Jahres Rohrpostsysteme. Sie übernehmen in einigen Bereichen rund um die Uhr die alltäglichen Laufwege und befördern schonend und zuverlässig jedes Transportgut innerhalb weniger Minuten ans Ziel.
Die Rohrpostsysteme wurden geschaffen, um die Transportprozesse innerhalb der Kliniken zu verkürzen und somit zu optimieren. Für die Belegschaft bedeutet dies Entlastung.
In Oranienburg verbinden die Rohre mit einer Gesamtlänge von 500 m die Rettungsstelle, die Intensivstation, den Kreißsaal und das Labor miteinander. Die Rohrpostanlage der Hennigsdorfer Klinik verläuft zwischen Rettungsstelle, Intensivstation und Labor. Dazu wurden Rohre mit einer Gesamtlänge von 200 m verlegt. Damit ist es gelungen, die Transportzeit für Gewebeproben, Blutpräparate und andere Analysematerialien sowie Befunde und Formulare etc. erheblich zu reduzieren, denn diese Botendienste mussten vorher vom Personal zu Fuß erledigt werden. Diese zeitintensiven Laufwege entfallen jetzt, und die dadurch frei gewordenen personellen Kapazitäten können effizienzsteigernd genutzt werden.
Mit einer Geschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde bewegen sich die Rohrpostbüchsen mit dem Transportgut durch das System und gewährleisten eine schonende und schnelle Beförderung. Sie können mit bis zu 3,5 kg beladen werden.
In der Klinik Oranienburg wurden in den ersten vier Wochen etwa 3 000 und in der Klinik Hennigsdorf 3 500 Transportfahrten durchgeführt.
Eine Erweiterung der Rohrpostanlagen ist sowohl für die Klinik Oranienburg als auch für die Klinik Hennigsdorf geplant.
Das Prinzip Rohrpost ist so einfach wie genial. Eine Rohrpostanlage besteht aus einem Netz von Rohrleitungen. Als Transportmittel werden zylindrische Behälter benutzt, deren Durchmesser nur geringfügig kleiner ist als der Innendurchmesser der Rohre.
Alle Rohrpostsendungen treffen erst einmal an einem Knotenpunkt ein, bevor es dann Richtung Endziel geht. Ermöglicht wird das durch ein ausgeklügeltes Computersystem. Der Transportvorgang selbst dauert in der Regel nur 50 Sekunden. Diese Geschwindigkeit wird durch den in den Rohren vorherrschenden Überdruck von 0,2 Bar erreicht. Die Behälter werden innerhalb der Rohrpostanlage durch Druckluft oder Saugluft oder eine Kombination von beidem (also Unterdruck auf der einen und Überdruck auf der anderen Seite) bewegt und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h.
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