Vivantes HNO-Klinik im Friedrichshain führt erste Robotik-OP durch
Ein schwer erreichbarer Tumor im Rachen wurde mit Roboter-Unterstützung schonend entfernt.

In der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Plastische Operationen wurde jetzt die erste trans-orale robotisch unterstützte Operation (TORS) durchgeführt. Der Chefarzt, PD Dr. Parwis Mir-Salim, entfernte mit einem OP-Roboter einem 63jährigen Patienten erfolgreich einen Tumor an der Rachenmandel. Für den komplizierten Eingriff trainierte das OP-Team sechs Monate lang.
OP-Roboter ermöglicht Eingriffe an schwer erreichbaren Stellen
Die Abkürzung TORS steht für den englischen Begriff „Trans Oral Robotic Surgery", also robotergestützte Operation durch den Mund. Im konkreten Fall wurde ein bösartiger Tumor im Oropharynx und Supraglottis, also Mundrachen und Kehlkopf, entfernt. Da die Wucherung durch den Mund mit konventionellen Mitteln schwer einsehbar und erreichbar war, wurde ein OP-Roboter mit vier Greifarmen eingesetzt. Über diese Arme konnten die Operateure die Stelle dreidimensional einsehen und mit Instrumenten bearbeiten. Bei einer konventionellen Operation hätte der Kiefer geöffnet werden müssen, um den Tumor zu erreichen.
Schonender Eingriff hat schnellere Heilung zur Folge
PD Dr. Parwis Mir-Salim, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Plastische Operationen am Vivantes Klinikum im Friedrichshain: „Der Vorteil dieser Methode ist die dreidimensionale Visualisierung schlecht einsehbarer Regionen und die präzise Resektion eines bösartigen Tumors. Durch die schonende Operationsmethode hat sich der Patient sehr schnell erholt und konnte schon nach wenigen Tagen die Klinik zum ersten Mal verlassen. Diesen Erfolg hat die Robotik-Strategie bei Vivantes erst ermöglicht. Mein besonderer Dank gilt unserem externen Ausbilder PD. Dr. Balazs Lörincz und meiner Co-Operateurin Dr. Vanessa Handke. Für unsere Patienten können wir nun die absolut modernste Tumortherapie in diesem Bereich anbieten."
Robotik-Strategie bei Vivantes
Vivantes setzt in seinen Klinika insgesamt 10 OP-Roboter verschiedener Hersteller ein – in der Urologie, Gynäkologie, Bauch- und Darmchirurgie sowie der Neurochirurgie - und seit neuestem auch in der HNO. Roboterunterstützte Operationen sind schonender für Patienten als offene OPs und effizienter für die OP-Teams. Das System operiert dabei nicht eigenständig, sondern überträgt die Bewegungen der Chirurgen von der Steuerkonsole millimetergenau an die Roboterarme und Instrumente. Die Schnitte können durch die visuelle Vergrößerung viel präziser gesetzt werden, die Patienten verlieren weniger Blut. Das Risiko für Komplikationen wird zudem verringert und der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich.











