30.06.2026 • News

Wichtiger Schritt zum Forschen mit Gesundheitsdaten

Erstmals wurden in einem Pilotprojekt auf Antrag eines Greifswalder Forschungsteams klinische Datensätze aus beiden Universitätsmedizinen des Landes bereitgestellt. Möglich macht das die Zusammenarbeit zwischen den Datenintegrationszentren Greifswalds und Rostocks.

Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand, Unimedizin Greifswald, Dr....
Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand, Unimedizin Greifswald, Dr. Julia Truthmann, Stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung Allgemeinmedizin am Institut für Community Medicine, Greifswald, Dr. Judith Wodke, Leiterin der Nachwuchsgruppe MeDaX in der Abteilung Medizininformatik am Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald, Petra Gröber, Leiterin Medizinisches Datenintegrationszentrums Rostock, Prof. Dagmar Waltemath, Leiterin Datenintegrationszentrum Greifswald
© Universitätsmedizin Greifswald

„Das ist ein absolutes Novum und der erste Schritt zum Gesundheitsdatenraum M-V. Die Nutzung der Datensätze beider Unikliniken in M-V bringt die Forschung im Land einen großen Schritt voran“, sagt Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Greifswald.

Bisher war die gängige Praxis, dass Forschende an ihren jeweiligen Unimedizinen nur auf die eigenen klinischen Datensätze vor Ort zurückgreifen konnten. Das nun aus den Abteilungen Allgemeinmedizin und Medizininformatik des Instituts für Community Medicine gestartete Pilotprojekt wird dieses Verfahren nachhaltig verändern. „Wir haben im vergangenen Jahr die Bereitstellung von Routinedaten für die Forschenden in unseren Häusern sowohl in Rostock als auch in Greifswald sehr gut etabliert. Nun machen wir auch Datentransfer über die Stadtgrenzen hinweg möglich“, sagt Prof. Dagmar Waltemath, Leiterin des Datenintegrationszentrums Greifswald. „Bei einem Austausch von klinischen Daten müssen die Datensätze vereinheitlicht sein. Gleichzeitig muss der rechtliche Rahmen ebenso eingehalten werden wie datenschutzrechtliche Bestimmungen unter Berücksichtigung ethischer Aspekte. Wenn dann noch die Zusammenarbeit beider Datenintegrationszentren aus Rostock und Greifswald so gut funktioniert wie in diesem Fall, dann ist das eine Erfolgsgeschichte.“

Rechtlich macht das Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz des Landes M-V den Austausch dieser Daten möglich. Trotz der vielen Rahmenbedingungen soll die Bereitstellung von Forschungsdaten benutzerfreundlich bleiben. „Ein Antrag – Daten aus zwei Unimedizinen – unzählige Möglichkeiten““, fasst Waltemath den zukünftigen bürokratischen Aufwand in Relation zu den entstehenden Anwendungsoptionen zusammen. Das Pilotprojekt zeigte dabei auf, welche Prozesse noch in diesem Jahr optimiert werden können und müssen, um den Datenaustausch so anwenderorientiert wie möglich zu gestalten. Noch im Laufe des Jahres soll daraus eine Routine entwickelt werden, die für Forschende an beiden Universitätsmedizinen einen Service mit wirklichem Mehrwert macht.

Am Dienstag, den 23. Juni 2026, trafen sich die Mitarbeitenden der Datenintegrationszentren aus Rostock und Greifswald zu ihrem halbjährigen Vernetzungstreffen, um die Zukunft des gemeinsamen Datenaustauschs in Mecklenburg-Vorpommern zu besprechen. Der Wissenschaftliche Vorstand der Unimedizin Greifswald, Prof. Karlhans Endlich, stellte dabei seine Vision vom „Gesundheitsdatenraum M-V“ vor. „Die Notwendigkeit, klinische Daten zum Zwecke der Forschung auszutauschen, ergibt sich gerade auch in der Entwicklung von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. Hier sind große Datenmengen notwendig, um präzise KI-gestützte Systeme zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit der Unimedizin Rostock und dem dortigen Datenintegrationszentrum ist der erste Schritt geschaffen. Weitere Krankenhäuser sollen nun folgen, um das Ziel eines ‚Gesundheitsdatenraums M-V‘ zu realisieren.“

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