06.11.2026 • News

Zwei Leipziger Nachwuchswissenschaftler für experimentelle Tumorforschung ausgezeichnet

PD Dr. Alexander Rühle und Dr. Athanasios Alvanos sind für ihre Krebsforschung mit dem Helga Reifert Preis 2026 prämiert worden.

Preisübergabe beim Cancer Congress Compact in Leipzig: (v.l.) Prof. Dr....
Preisübergabe beim Cancer Congress Compact in Leipzig: (v.l.) Prof. Dr. Florian Lordick, Dr. Bernward Gall, Vorstand der Helga-Reifert-Stiftung, zeichnet Dr. Athanasios Alvanos und PD Dr. Alexander Rühle für ihre Krebsforschung aus.
© Swen Reichhold, Universität Leipzig

Die beiden Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig haben wichtige Beiträge zur modernen Therapie von Magenkrebs im höheren Alter sowie der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs geleistet. Ausgezeichnet werden ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit jeweils 15.000 Euro.

Magenkrebs betrifft immer häufiger ältere Menschen, doch in klinischen Studien sind sie relativ selten vertreten. Unklar ist deshalb, ob sie dieselbe intensive Therapie rund um eine Operation erhalten sollten wie Jüngere. Privatdozent Dr. Alexander Rühle, aus der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Leipzig, hat in seiner prämierten wissenschaftlichen Publikation eine internationale klinische Studie mit einem weltweiten Forschungsteam gemeinsam neu ausgewertet: Rund ein Viertel der 574 teilnehmenden Patienten waren mindestens 70 Jahre alt.

Das Ergebnis: Bei älteren Patienten musste die Chemotherapie zwar häufiger in der Dosis reduziert werden und sie entwickelten etwas öfter Nebenwirkungen wie Durchfall oder Blutbildveränderungen, allerdings waren schwere Nebenwirkungen und Komplikationen bei der Operation insgesamt vergleichbar zwischen Älteren und Jüngeren. Die Tumore sprachen bei Älteren tendenziell sogar etwas besser auf die Vorbehandlung an, das Überleben war nicht schlechter.

Fazit der Studie: „Wir empfehlen eine Vorbehandlung von Magenkrebs unabhängig des Alters, wenn die Patienten fit sind. Wichtig ist, dass ältere Menschen mit Magenkrebs eine engmaschige klinische Kontrolle während der Chemotherapie erhalten. Das Preisgeld soll in eine Folgestudie fließen, die untersucht, welchen Nutzen zusätzliche geriatrische Untersuchungen für ältere Krebspatienten vor einer Strahlentherapie haben“, sagt PD Dr. Rühle.

Dr. Athanasios Alvanos, Gastwissenschaftler am Institut für Anatomie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, forscht an der Entstehung von Krebs der Bauchspeicheldrüse. Die Bauchspeicheldrüse bildet sich aus zwei embryonalen Knospen, die im Laufe der Entwicklung verschmelzen. Ob es für die Biologie und Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs entscheidend ist, aus welcher dieser Knospen der Tumor hervorgeht, ist bislang wenig erforscht. Die prämierte wissenschaftliche Arbeit zeigt, dass sich die beiden ursprünglich getrennten Gewebebereiche auch in der erwachsenen Bauchspeicheldrüse noch anatomisch voneinander abgrenzen lassen.

Damit schafft sie eine Grundlage, um die Bedeutung der embryonalen Herkunft von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu untersuchen. „Zukünftige Studien sollen klären, ob sich Tumore unterschiedlicher Herkunft in ihren biologischen Eigenschaften, ihrem Wachstum oder ihrem Therapieansprechen unterscheiden. Sollten sich Unterschiede bestätigen, könnten sich neue Möglichkeiten für eine gezieltere Diagnostik, Prognose und Behandlung sowie für eine präzisere chirurgische Planung ergeben“, erklärt Dr. Alvanos.

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