Bei der Digitalisierung krankt es noch
Warum das Fax das Entlassmanagement noch prägt – und wie digitale Standards den Austausch zwischen Kliniken und Krankenkassen verbessern können.
Bernd Waßmann, Bad Oeynhausen
Eine Untersuchung spiegelt die Probleme, die beim Entlassmanagement zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen entstehen. Im Vordergrund stehen dabei Kommunikationsprobleme aufgrund mangelnder Digitalisierung, sagt Björn Broge vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen in Göttingen, der die Befragungsdate auswertet.
M&K: Das Projekt KomK-K hat sich vorgenommen, die Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Krankenkassen im Nachsorge- und Entlassmanagement zu beschreiben. Wie weit ist die Befragung?
Björn Broge: Das vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt führen wir gemeinsam mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) und dem BKK Dachverband (BKK DV) durch. Es befindet sich derzeit in der Berichtserstellung. Die zentralen Ergebnisse liegen vor und werden nun in die vom G-BA vorgegebene Berichtsform überführt.
Ziel des Projekts ist es, die zentralen Überleitungsprozesse und Kommunikationsschnittstellen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen zu erfassen. Darauf aufbauend sollen prioritäre Handlungsfelder identifiziert und Empfehlungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit entwickelt werden – mit besonderem Blick auf digitale Möglichkeiten.
Dafür hat das DKI eine Befragung von Krankenhäusern und Krankenkassen durchgeführt. Ergänzend gab es Fokusgruppen und Interviews. Das aQua-Institut hat außerdem Routinedaten ausgewertet, um Zeitabstände hinsichtlich der Bewilligung und dem Beginn zentraler Leistungen des Entlassmanagements abzubilden, etwa bei medizinischer Rehabilitation oder Änderungen des Pflegegrads. Der BKK DV begleitete diese Analyse.
Wann ist denn mit konkreten Ergebnissen zu rechnen? Zeichnen sich bereits Trends ab?

Zur Person
Björn Broge ist als Geschäftsführer des Göttinger aQua-Instituts u.a. für das operative Tagesgeschäft und die strategische Unternehmensführung verantwortlich. Im Mittelpunkt der Instituts-Tätigkeit steht die Qualität der Gesundheitsversorgung.
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37073 Göttingen
Deutschland
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