HistoScanning: Neues Verfahren zur Prostatakrebsdiagnostik



Mit dem HistoScanning-Verfahren setzt die Urologische Klinik des Agaplesion Markus Krankenhaus ein neues computergestütztes Ultraschallsystem für die Erkennung von Tumorherden in der Prostatadrüse ein.
Prostatakrebs ist inzwischen der häufigste bösartige Tumor des älteren Mannes. Die Diagnostik, gerade von frühen Stadien des Prostatakarzinoms, ist jedoch schwierig. Die bildgebenden Verfahren wie Computertomographie und Magnetresonanztomographie sind aufwendig und für den betroffenen Patienten häufig unangenehm. Das HistoScanning-Verfahren ist eine komplexe computergestützte Datenanalyse, die in dreidimensionaler Bildtechnik helfen soll, auch kleine Karzinomherde in der Prostata zu erkennen und genau zu lokalisieren.
Das Ziel der urologischen Vorsorgeuntersuchung ist eine Früherkennung von Prostatakarzinomen im heilbaren Stadium, das heißt, in einem Organ-begrenzten Stadium, in dem noch keine Absiedlungen des Tumors an Lymphknoten oder anderen Organen erfolgt sind. Die meisten heilbaren Prostatakarzinome werden heutzutage durch auffällige Werte im so genannten PSA-Test (Prostata-spezifisches-Antigen) im Blut erkannt.
Zu diesem Zeitpunkt ist häufig das Karzinom in der Prostata noch nicht tastbar und verursacht auch keine Beschwerden. Bei erhöhten PSA-Werten im Blut und Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms wird dann unter transrektaler sonographischer Kontrolle eine Gewebsbiopsie durchgeführt. Hierbei werden sechs bis zwanzig Biopsien mit einer speziellen Nadel aus der Prostata entnommen. Auf dem konventionellen transrektalen Ultraschallbild sind jedoch häufig keine konkreten krebsverdächtigen Areale zu sehen, die gezielt anbiopsiert werden können.
Das HistoScanning-Verfahren, zusammen mit einer verbesserten, hoch auflösenden 3-D-Bildgebung in der transrektalen Sonographie ermöglicht jetzt eine bessere Lokalisation und Darstellung krebsverdächtiger Areale, die dann später gezielt biopsiert werden können. Besonders wichtig ist diese Verbesserung der Gewebsauflösung für Pati enten, die bereits wegen eines erhöhten PSA-Wertes biopsiert wurden, jedoch in der Gewebsaufarbeitung der Biopsien kein Karzinom aufzeigten.
„Wir erhoffen uns von der neuen Technologie, gezielter und weniger biopsieren zu können und somit dem Patienten Belastungen zu ersparen" so Prof. Dr. Michael Sohn, Chefarzt der Urologischen Klinik des Agaplesion Markus Krankenhauses. Das Verfahren des HistoScannings wird inzwischen an mehreren Standorten in Deutschland angeboten. Die Urologische Klinik des Agaplesion Markus Krankenhauses beteiligt sich nun an einer bundesweiten Evaluation der Methode. „Es soll eine vernetzte Datenbank mit weiteren Kliniken entstehen, die ebenfalls das HistoScanning-Verfahren einsetzen. Dort werden alle behandelten Fälle erfasst und ausgewertet, um so dieses neue Verfahren auf seine Validität zu prüfen", erklärt Prof. Dr. Sohn. Dies entspricht auch der Zielsetzung der ständigen Qualitätsoptimierung der Urologischen Klinik des Agaplesion Markus Krankenhauses im Zuge der geplanten Zertifizierung zum Prostatakarzinomzentrum.
Anbieter
AGAPLESION gemeinnützige AGGinnheimer Landstr. 94
60487 Frankfurt
Deutschland
Meist gelesen

Endoskopietechniken bei hepatopankreatikobiliären Erkrankungen
Bei der Behandlung komplexer hepatopankreatikobilärer Erkankungen sind die Patientenzufriedenheit und Schmerzempfindung beim endosonographischen Therapieansatz deutlich besser als beim perkutanen.

Stimmungsbild der europäischen Laborbranche
Das Starlab Stimmungsbarometer 2026 zeigt: Europas Labore sind veränderungsbereit. Im Interview erklärt Dr. Lennart Walter Innovationsbereitschaft, Blockaden und wirksame Hebel.

Klinikum Westmünsterland und St. Antonius-Hospital Gronau sprechen über Kooperationen
Ziel ist es, die medizinische Versorgung im Kreis Borken langfristig zu sichern und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Bluttest gibt Einblicke in Hirnschäden nach Schlaganfall
Wie lässt sich der Schweregrad eines Schlaganfalls im Blut ablesen? Im Interview erklärt Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen Tiedt was der Biomarker Brain-derived Tau für Diagnostik, Therapie und klinische Praxis bedeutet.

Gelnägel im Gesundheitswesen: Risiko für Patienten?
Künstliche Fingernägel sind im Gesundheitswesen mit einer höheren mikrobiellen Besiedlung verbunden.








