Luisenklinik stockt ihre Kinder- und Jugendpsychiatrie auf
Die im April 2022 begonnen Arbeiten zur Aufstockung der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Luisenklinik Bad Dürrheim um eine weitere Etage wurden Ende Dezember 2022 planmäßig abgeschlossen.
Bereits im April 2020 wurde die Zahl der Planbetten um 6 Betten und 2 Plätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Bad Dürrheim erhöht. Zum 1. November 2022 wurden der Luisenklinik dann noch weitere sechs vollstationäre Betten für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Sonderprogramms „Kinder- und Jugendpsychiatrie Baden-Württemberg“ zugesprochen. Damit hat die Luisenklinik nun 54 vollstationäre und 15 tagesklinische Behandlungsplätze für Kinder und Jugendliche.
Jedoch war die Kinder- und Jugendpsychiatrie bereits vor diesen Betten- und Platzerhöhungen an der räumlichen Belastungsgrenze, weshalb behelfsmäßig 12 Bürocontainer für die Ärzte und Therapeuten vor dem Gebäude aufgebaut wurden. Um dem andauernden hohen Aufnahmedruck gerecht zu werden, war deshalb eine bauliche Erweiterung auf dem Gelände der Luisenklinik erforderlich. Aufgrund der limitierten Grundstücksflächen und dem Ziel den Flächenverbrand so gering wie möglich zu halten, entschied man sich für eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes.
Im neuen Dachgeschoss sind nun 870 qm neue Nutzfläche entstanden. In diesem Geschoss befindet sich seit diesem Jahr nun die Krisen- und Aufnahmestation der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Auf dieser Station werden rund um die Uhr Notfälle aus den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und dem südlichen Landkreis Freudenstadt aufgenommen. Auch Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Erkrankung – zum Beispiel wegen Suizidgefahr – in einem geschlossenen Rahmen aufgenommen werden müssen, finden auf dieser Station ihren Platz.
Seit Jahren arbeitet die Luisenklinik bei allen Bau- und Umbauprojekten mit dem Architekten, Herr Dipl.-Ing. Detlef Kalkowski, Inhaber des Architekturbüros Uli Fritz Konstanz, zusammen. Dieser merkte an: „Die große Herausforderung der Baumaßnahme war die Durchführung während des laufenden Klinikbetriebs in den darunterliegenden Geschossen. Daher wurde entschieden, den Rohbau des 3. OG in Massivholzbauweise mit vorgefertigten großformatigen Brettsperrholzelemente auszuführen.“ Der Vorstandsvorsitzende der Luisenklinik, Hr. Dipl.-Kfm. Sven Wahl, erläutert, dass die Bauzeit von neun Monaten aufgrund der Materialknappheit und der massiven Preissteigerungen in vielen Bereichen eine große Herausforderung darstellte. Nichtsdestotrotz wurde die Aufstockung im Zeitplan fertigstellt um der gesteigerten Nachfrage an Behandlungsplätze für Kinder und Jugendliche gerecht zu werden.
Wie bei allen bereits angegangenen Projekten hat die Geschäftsleitung der Luisenklinik auch bei diesem Umbau auf die Nachhaltigkeit gesetzt. So wurde am Gebäude sowohl an der Fassade als auch auf dem Dach die bestehende Solaranlage erweitert, so dass jetzt an diesem Gebäude 100 Kilowatt Strom erzeugt werden kann.
Im vergangenen Jahr 2022 wurden 639 Patienten aus den o. g. Landkreisen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie stationär aufgenommen. Weitere 138 Kinder und Jugendliche wurden tagesklinisch behandelt. Darüber hinaus wurden in der Psychiatrischen Institutsambulanz 1.658 Patient*innen betreut. In die Klinik kommen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, oder Sucht- bzw. Persönlichkeitsstörungen.
Untergebracht werden die jungen Patienten in Zweibettzimmern. Auf jeder Station gibt es zusätzlich Aufenthaltsräume, einen Wohn- und Essbereich sowie Behandlungs- und Therapeutenzimmer. Bei der individuellen Therapie bietet die Luisenklinik neben Einzel- und Gruppengespräche und Ergo-, Musik- und Kunsttherapie auch Physiotherapie und sportliche Aktivitäten an. In der Klinikschule, die sich auf dem Gelände der Luisenklinik befindet, werden die Patienten unterrichtet, damit der Anschluss im Lernstoff der Heimatschule nicht verpasst wird. Die Klinik bietet auch eine tiergestützte Therapie mit Therapiehunden an. So ist u. a. der Hund von Chefärztin Dr. Marianne Ledwon-Feuerstein als Therapiehund ausgebildet.


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