Strategieumsetzung aus einem Guss


Die idyllische Lage am Rande des Schwarzwaldes sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass das Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach mit rund 33.000 stationären und weiteren 80.000 ambulanten Patienten im Jahr zu den leistungsstärksten Kliniken im süddeutschen Raum zählt. Schon lange legt das Klinikum seinen besonderen Schwerpunkt auf Interdisziplinarität und durchgängiges Qualitätsmanagement. Besonders konsequent geht auch der Bereich Pflege mit seinen etwa 800 Mitarbeitern diesen Weg. So wurde das strategische Rahmenwerk des Gesamthauses zur Vorlage genommen, um auf der Basis des Pflegeverständnisses eine darauf abgestimmte Pflegestrategie abzuleiten. Zur Koordination dieser Initiativen setzt die Pflegedirektion auf das EFQM-Modell. Im Rahmen der Erstellung der EFQM-Selbstbewertung wurde dabei der Bedarf für eine konsequente strategieorientierte Steuerung der operativen Abläufe erkannt. Die bestehenden Kennzahlen und Reports waren jedoch nicht ausreichend integriert, um diese Aufgabe erfüllen zu können. Als geeignetes Instrument zur Beseitigung dieses Defizits wurde die BSC identifiziert.
Der Vorteil der BSC liegt in ihrer klaren Systematik aus vier miteinander verbundenen Perspektiven (Leistung, Kunde, Prozesse, Mitarbeiter) denen die verschiedenen Ziele der Organisation zugeordnet werden. Zusätzlich werden innerhalb jeder Ebene die strategischen Stoßrichtungen durch strategische und operative Maßnahmen, sowie Kennzahlen konkretisiert. Somit werden innerhalb und zwischen den Dimensionen der BSC integrierte Zielgrößenketten geknüpft. Dabei macht die BSC inhaltlich keine Vorgaben und kann daher individuell angepasst werden.
Genau diesen Vorteil machte sich der Pflegebereich des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach durch eine strukturierte Vorgehensweise zunutze. In einem ersten Schritt wurden zunächst alle bestehenden Kennzahlen erfasst und mit Unterstützung der Unternehmensberatung ZeQ anhand eines klar definierten Kriterienkatalogs auf ihre Effektivität für die Steuerung des Pflegebereiches untersucht. Indem die geeigneten Kennzahlen mit den bestehenden strategischen Stoßrichtungen und Maßnahmen in der Struktur der BSC verknüpft wurden, entstand ein kohärentes, abgestimmtes Ziel- und Kennzahlensystem. Gleichzeitig zeigte die Erarbeitung der BSC auf, an welchen Stellen noch Lücken z. B. in der Zielkaskade oder hinsichtlich der Kennzahlen bestanden. Durch ein Signalsystem und eine Trendanzeige erhielt die BSC ihren Feinschliff und integriert nun eine große Fülle relevanter Informationen übersichtlich und nachvollziehbar.
Äußerst erfreulich ist zudem das erste Feedback der Stations- und Funktionsleitungen zur BSC, die für sich die Vorteile gegenüber der vorherigen „Kennzahlenlandschaft' erkannt haben und eigene BSCs mit höherem operativem Detaillierungsgrad ableiten werden. Ein gutes Beispiel, wie die Strategie eines Hauses durch die Anwendung der BSC im operativen Bereich umgesetzt wird.
Kontakt:
Ruhl Consulting AG (ehemals ZeQ AG) , Mannheim
Tel.: 0621/328850-0
info@ruhl-consulting.de
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