Übertragungsereignisse frühzeitig erkennen und eindämmen
Die Integrierte Genomische Surveillance von antibiotikaresistenten Erregern verbindet genetische Analysen der Erreger mit epidemiologischen Patientendaten.
Dr. Sebastian Haller, Dr. Tim Eckmanns, Dr. Torsten Semmler, Prof. Dr. Sören Gatermann

Nosokomiale Infektionen und Infektionen mit resistenten Erregern verursachen in Deutschland eine hohe Mortalität und Krankheitslast sowie erhebliche Kosten, vor allem durch längere Krankenhausaufenthalte und erhöhten Behandlungsaufwand.
Mit der Integrierten Genomischen Surveillance (IGS) als modernes Surveillancesystem werden relevante Erreger genetisch analysiert und mit epidemiologischen Daten betroffener Patienten verknüpft. In Deutschland wird die IGS für priorisierte Erreger durch ein interdisziplinäres Team aufgebaut, u.a. auch für ausgewählte antibiotikaresistente Erreger. Die IGS ist für die schnelle Erkennung und Eindämmung von Ausbrüchen wichtig, mit einem Fokus auf Carbapenemase-produzierende Klebsiella pneumoniae (CP-Kp) und Escherichia coli (CP-Ec).
Neben der Suche nach Fallhäufungen und epidemiologischen Links zwischen Fällen können übereinstimmende genetische „Fingerabdrücke“ der Erreger helfen, Fälle Ausbrüchen zuzuordnen. Mithilfe der IGS konnten bereits zahlreiche Ausbrüche identifiziert werden, bei denen die Übertragung beispielsweise nicht in Deutschland, sondern im Ausland stattfand. In anderen Beispielen konnten Ausbrüche, die in unterschiedlichen Krankenhäusern auftraten, schnell verknüpft, Akteure zusammengebracht und letztlich Infektionsketten unterbrochen werden.
Über die Autoren
Dr. Sebastian Haller, Dr. Tim Eckmanns, Abteilung für Infektionsepidemiologie und Dr. Torsten Semmler, Integrierte Genomische Surveillance, Robert Koch-Institut, Berlin, Prof. Dr. Sören Gatermann, Medizinische Mikrobiologie, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Nationales Referenzzentrum für gramnegative Krankenhauserreger, Ruhr-Universität Bochum und IGS development group, Robert Koch-Institut, Berlin
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