06.11.2026 • Anzeige • Top-Themen

Wie Supportkomplexe die Effizienz von Kliniken bestimmen

Die Debatte um die Zukunft der europäischen Krankenhauslandschaft dreht sich primär um digitale Patientenakten, moderne Medizintechnik und neue Behandlungsmethoden.

Wie Supportkomplexe die Effizienz von Kliniken bestimmen
© LOGSOL

Bei der strategischen Betrachtung der Zukunftsfähigkeit von Kliniken wird die interne Infrastruktur und Logistik dagegen häufig unterschätzt. Dabei entscheidet deren Leistungsfähigkeit maßgeblich darüber, wie effizient Ärzte und Pflegekräfte auf den Stationen arbeiten können.

Angesichts des verschärften Fachkräftemangels wird die Entlastung des Personals von logistischen und anderen sekundären Aufgaben für Klinikbetreiber immer wichtiger. Je nach Berechnung könnten im Jahr 2049 bis zu 690.000 Pflegefachkräfte fehlen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass ein erheblicher Teil der Arbeitszeit auf stationsferne Tätigkeiten wie die Suche nach Verbrauchsmaterialien, Materialbeschaffung, Bestandprüfungen oder interne Transporte entfällt. Wenn hochqualifiziertes medizinisches Personal wertvolle Zeit mit Logistikaufgaben verbringt, fehlt diese Zeit am Patientenbett. Effiziente Logistik ist somit kein reiner Kostenfaktor, sondern beeinflusst auch direkt die Qualität der Versorgung und entlastet das Personal.

Strukturelle Schwachstellen im Bestand

In gewachsenen Krankenhausstrukturen besteht die Materialversorgung häufig aus einer Vielzahl unterschiedlicher Insellösungen. Logistische Funktionen sind historisch bedingt dezentral über die gesamte Anlage verteilt. Waren werden an verschiedenen Punkten angeliefert, Lagerflächen sind fragmentiert und Materialien lagern mangels Platzes teilweise auf Fluren oder in Durchgängen. Das birgt nicht nur Sicherheitsrisiken, intransparente Bestände und parallele Abläufe führen zudem zu unnötigen Transportwegen und teuren Überbeständen.

Versorgungskomplex bündelt Funktionsbereiche

Eine Antwort auf diese Herausforderungen ist die konsequente Trennung des klinischen Kernbereichs von administrativen und logistischen Warenströmen. Medizinische, infrastrukturelle und versorgungstechnische Funktionsbereiche – von der Zentralapotheke über Lagerflächen für Verbrauchsmaterialien bis hin zu Zentralküche und Warenumschlagplatz – werden räumlich und organisatorisch in einem zentralen Versorgungs- oder Supportkomplex gebündelt.

Der zentrale Standort führt die einzelnen Aufgabenbereiche und Versorgungseinheiten zu einem integrierten Gesamtsystem zusammen. Klar strukturierte Materialflüsse und standardisierte Prozesse ermöglichen es, Ressourcen effizienter zu nutzen. „Moderne Logistikprozesse, angeregt aus Best Practices der Industrie, lassen sich auch im Klinikbetrieb einfach umsetzen. Das Verständnis für eine übergreifende Betrachtung aller Versorgungsfunktionen ist der entscheidende Erfolgsfaktor dafür“, erklärt Niklas Hofmann, Experte für Krankenhauslogistik bei der Firma Logsol.

Erst die Bündelung größerer Material- und Prozessmengen schafft die wirtschaftliche Grundlage, um moderne Technologien gewinnbringend einzusetzen. Automatisierte Lagersysteme, softwaregestützte Materialflusssteuerung oder autonome Transportroboter können in einem zentralisierten Versorgungskomplex ihre Stärken ausspielen. Sie beschleunigen Abläufe, reduzieren Fehlerquellen sowie Platzbedarf und können den personellen Aufwand bei Transport und Materialbereitstellung deutlich verringern.

Industriestandard senkt Bau- und Betriebskosten

Der strategische Vorteil des Supportkomplexes setzt sich in der baulichen Umsetzung fort. Da Lager-, Technik- und Logistikbereiche in der Regel keine hochspezialisierte und kostenintensive medizinische Gebäudeinfrastruktur benötigen, kann dieser als funktionaler Industriebau konzipiert werden. Für Klinikbetreiber bedeutet dies: vereinfachte Genehmigungsverfahren, flexiblere Gebäudestrukturen, ein hoher Grad an System-Vorfertigung und somit verkürzte Planungs- und Bauzeiten. Gleichzeitig lassen sich Gebäude und technische Ausstattung gezielt auf die tatsächlichen logistischen Anforderungen auslegen.

„Mit einem auf die individuellen logistischen Anforderungen abgestimmten und energetisch optimierten Industriebau lassen sich die Bau- und Betriebskosten um mehr als 20 Prozent senken“, betont Holger Hemsing, Geschäftsführer von Freyler Industriebau. Freyler begleitet Bauprojekte von der ersten Idee und einer individuellen Beratung über die Konzeption und Planung bis hin zur betriebsfertigen Umsetzung. In Kombination mit den Spezialisten für Stahlbau, Metallbau und Technische Gebäudeausrüstung innerhalb der Freyler Gruppe werden Schnittstellen reduziert und Kosten-, Termin- sowie Qualitätssicherheit gewährleistet.

Analyse bildet die Basis des integrierten Konzepts

Starten sollte die Planung des Supportkomplexes mit einer Potenzialanalyse, die die realen Material-, Waren- und Transportströme des Klinikums untersucht. Auf dieser Grundlage entsteht eine Konzeptstudie, die geeignete Varianten eines Versorgungskomplexes untersucht. Betrachtet werden dabei Flächenbedarfe, Lagertechnik, Prozessdesign, Transportkonzepte und bauliche Rahmenbedingungen. Ziel ist eine integrale Planung: Zunächst werden die optimalen Prozesse definiert und anschließend in ein architektonisches Gesamtkonzept übersetzt. In die Bewertung fließen neben den funktionalen Aspekten auch Baukosten, Terminrahmen, Risiken und Wirtschaftlichkeit ein.

Strukturelle Transformation statt isoliertes Bauprojekt

Ein moderner Supportkomplex ist weit mehr als nur eine neue Immobilie auf dem Klinikgelände. Er ist das bauliche Ergebnis einer ganzheitlichen organisatorischen Transformation. Die erfolgreiche Umsetzung erfordert, dass die verschiedenen Fachdisziplinen – von der Medizin und Pflege über die Verwaltung und IT bis hin zur Logistik – frühzeitig zusammenarbeiten, bestehende Routinen hinterfragen und Prozesse neu denken.

Wenn Logistikkompetenz und moderne Industriebau-Expertise von der ersten Minute an Hand in Hand arbeiten, entstehen Infrastrukturlösungen, die sowohl funktional auf Industrie-Niveau überzeugen und zugleich wirtschaftlich langfristig tragfähig sind. Daher bündeln der Logistikplaner Logsol und Freyler Industriebau ihre Kompetenzen in der strategischen Kooperation. Gemeinsam entwickeln sie integrierte Lösungen, die Logistikplanung und bauliche Umsetzung im Krankenhaus vereinen. Für zukunftsorientierte Krankenhäuser kann der Versorgungskomplex damit zum entscheidenden Baustein werden, um dem Kostendruck zu begegnen, Personal von logistischen Aufgaben zu entlasten und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Patientenversorgung zu schaffen. 

Anbieter

FREYLER Industriebau GmbH

Draisstr. 4
79341 Kenzingen
Deutschland

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