Zukunftsfähig: Neuausrichtung des TAVI-Programms im Asklepios St. Georg
Mit der Prozessoptimierung des TAVI-Programms gelang es dem Team für strukturelle Herzerkrankungen, wirtschaftliche Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern – ein Gewinn für alle Seiten.


Bekannte Forschungsergebnisse belegen, dass Patienten nach einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) schneller wieder genesen, wenn sie früher mobilisiert und entlassen werden können. Die Asklepios Klinik St. Georg hat sich mit Philips zusammengeschlossen, um die Prozessabläufe von TAVI-Patienten vor, während und nach dem Eingriff grundlegend neu zu strukturieren. Gerade in Zeiten limitierter Personalressourcen, künftig weiter steigendem Patientenaufkommen und Änderungen in der Kostenerstattung initiierte und verfolgte das Team für strukturelle Herzerkrankungen dieses Reorganisationsprojekt mit höchster Intensität.
Gemeinsamer Weg zur Neuausrichtung
Die Asklepios Klinik St. Georg gehört zu den renommiertesten kardiologischen Interventionseinheiten des Landes und weist bereits heute einen hohen Patientendurchsatz vor. Die durchschnittliche Verweildauer von TAVI-Patienten betrug bei Projektbeginn acht Tage. Die Nachfrage nach TAVI-Prozeduren stieg stetig durch erweiterte Leitlinien und den demografischen Wandel, sodass die Klinik gefordert war, mehr Patienten in kürzerer Zeit zu versorgen – ohne das Personal stärker zu belasten oder die Versorgungsqualität zu gefährden. Zusätzlich erfordern gesundheitspolitische Reformen in Zukunft eine stärkere Zentralisierung und Effizienzsteigerung in spezialisierten Zentren.
Um diesen Anforderungen zu begegnen, analysierte die Asklepios Klinik St. Georg gemeinsam mit Philips alle Abläufe im TAVI-Patientenpfad und identifizierte Optimierungspotenziale. Sämtliche Berufsgruppen wurden dabei aktiv einbezogen. Im Mittelpunkt standen die Einführung eines Fast-Track-Protokolls, der Aufbau einer spezialisierten Herzklappeneinheit und die Etablierung neuer Koordinator*innenstellen für den gesamten Betreuungsprozess – vom Erstkontakt bis zur Nachsorge. Das Ergebnis: ein neuer, effizienter Patientenpfad, der maßgeschneidert auf die Bedürfnisse von Klinik, Personal und Patienten abgestimmt wurde.
Wirtschaftlicher Erfolg und gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit
Durch die Einführung des Fast-Track-Protokolls und die Zentralisierung der Versorgung in einer spezialisierten Herzklappeneinheit konnten die Abläufe im TAVI-Programm signifikant optimiert werden. „Die durchschnittliche Verweildauer für geeignete TAVI-Patienten konnte durch unsere Maßnahmen von ursprünglich acht auf zukünftig nur drei Tage reduziert werden – eine Verkürzung um 63 Prozent. Gleichzeitig wird damit der Patientendurchsatz um ca. neun Prozent im Jahresvergleich steigen. Und letztlich wird die Prozessoptimierung zu deutlichen Einsparpotenzialen führen“, betont Dr. Tigges, leitender Kardiologe.
Ein zentrales Ziel war es, die Arbeitslast des Personals nicht zu erhöhen – im besten Fall sogar zu reduzieren. „Die Einbindung aller Beteiligten in die Prozessgestaltung führte dazu, dass acht von zehn Mitarbeitenden von einer verbesserten Arbeitserfahrung berichteten“, so Dr. Tigges weiter. Klare Abläufe, zentrale Koordination und offene Kommunikation haben Motivation und Zufriedenheit deutlich gesteigert. Die Mitarbeitenden fühlen sich stärker eingebunden und wertgeschätzt – ein entscheidender Faktor für die Qualität der Versorgung und die langfristige Bindung ans Haus.
Strategische Vorbereitung auf zukünftige Anforderungen
Die Prozessoptimierung dient zugleich als strategische Vorbereitung auf die anstehende Krankenhausreform, die eine stärkere Zentralisierung und höhere Eingriffszahlen in spezialisierten Zentren vorsieht. Damit ist die Asklepios Klinik St. Georg bestens aufgestellt, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden: Bei gleichbleibender Versorgungsqualität und optimaler Ressourcennutzung können mehr Patientinnen und Patienten behandelt werden. Die positiven Erfahrungen aus dem TAVI-Programm dienen bereits anderen Abteilungen als Vorbild für ähnliche Neuausrichtungen.
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