DGD Lungenklinik Hemer verabschiedet Chefarzt Dr. Michael Stoller
Die DGD Lungenklinik Hemer hat im Dezember 2025 ihren langjährigen Chefarzt der Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin, Dr. Michael Stoller, in den Ruhestand verabschiedet.
Dr. Stoller wurde in Dortmund geboren und wuchs dort auf. Er absolvierte seine Facharztausbildung an den Städtischen Kliniken Dortmund und erhielt 1994 seine Facharztanerkennung. Er erwarb Zusatzbezeichnungen in Intensivmedizin, Ärztlichem Qualitätsmanagement, als Notarzt sowie als Leitender Notarzt. Es folgten Stationen als Leitender Oberarzt am Marienkrankenhaus Schwerte (2000-2004) sowie als Chefarzt im Wilhelm-Anton-Hospital Goch (2004-2008). Ab 2008 war er Chefarzt an der Lungenklinik Hemer. Unter seiner Verantwortung wurden ECMO-Verfahren etabliert, die NI-VATS weiterentwickelt, neue Therapieverfahren eingeführt und zahlreiche Prozesse etabliert. Bemerkenswert ist zudem, dass er zwei Chefarztpositionen ohne Habilitation innehatte.
Die Klinikleitung, Kolleginnen und Kollegen der pneumologischen und thoraxchirurgischen Fachbereiche sowie zahlreiche Mitarbeitende würdigten sein medizinisches Wirken und seinen nachhaltigen Beitrag für die Patientenversorgung. Als neuer Chefarzt hat nun Henning Starke zum 1. Januar 2026 die Leitung der Abteilung übernommen und tritt somit in die Fußstapfen seines Vorgängers.
„Hohe Verantwortung und verlässliche Strukturen“ – Klinikleitung würdigt Dr. Stoller
Geschäftsführer Torsten Schulte hob in seiner Ansprache die Bedeutung von Dr. Stollers Tätigkeit für die Lungenklinik hervor. Im Namen der Klinikbetriebsleitung sprach er ihm Dank und Anerkennung für sein Engagement und seine fachliche Zuverlässigkeit aus: „Sie haben über viele Jahre hinweg die Verantwortung für die anästhesiologische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten getragen – mit hoher fachlicher Kompetenz, mit verlässlichen Strukturen und mit einem großen Beitrag für den Dienst am Menschen. Für Ihren Eintritt in den Ruhestand wünschen wir innere Ruhe, Gottes Segen und viel Zeit außerhalb des Klinikalltags sowie alles Gute für Ihren weiteren Weg.“
Langjährige Zusammenarbeit zwischen Pneumologie und Anästhesie
Der Ärztliche Direktor Privatdozent Dr. Michael Westhoff würdigte die fast zwei Jahrzehnte währende Kooperation mit Dr. Stoller. Er hob hervor, dass die Zusammenarbeit stets auf gegenseitigem Vertrauen und fachlicher Expertise basierte: „Fast 17 Jahre haben wir gemeinsam Pneumologie und Anästhesie gestaltet. Ich habe Ihre fachliche Expertise und Ihre Ruhe in der Interaktion immer geschätzt. Mein besonderer Dank gilt auch dem Anästhesie-Team, das stets hinter Ihnen stand.“
„Ich gebe alles 1:1 zurück“ – Dankesworte von Dr. Stoller
„Ich bin sehr ergriffen und gebe alles 1:1 zurück. Ich habe allen Beteiligten viel zu verdanken. Die Intensivpflege hat immer alles möglich gemacht, ebenso das OP-Team – die Mannschaft hinter mir ist alles mitgegangen“, bedankte sich Dr. Michael Stoller sichtlich bewegt für die Wertschätzung und das Vertrauen, das ihm in all den Jahren entgegengebracht wurde. Er betonte die Teamleistung und den Zusammenhalt innerhalb der Klinik und richtete seinen besonderen Dank auch an den Chefarzt der Thoraxchirurgie Privatdozent Dr. Stefan Welter und sein Team.
An Geschäftsführer Torsten Schulte gerichtet ergänzte er: „Unserem „Kapitän“, Herrn Schulte, danke ich, dass er Investitionen immer unterstützt hat – auch trotz manchmal knapper Mittel. So ist die Abteilung heute gut aufgestellt. Henning Starke übernimmt eine Abteilung, die funktioniert.“
Mit Blick auf die Zukunft sagte er abschließend: „Ich freue mich sehr auf meinen Ruhestand, auf die Zeit mit einem jungen Golden Retriever, auf mehr Zeit fürs Mountainbiken, Haus und Garten und vieles mehr. Endlich kann ich selbst über meine Zeit verfügen. Besonders am Herzen liegt mir, dass ich meine Ehefrau hier in der Lungenklinik kennengelernt und geheiratet habe. Die Lungenklinik bleibt für mich eine Herzensangelegenheit.“
Gemeinsame Entwicklung innovativer Verfahren
Der Chefarzt der Thoraxchirurgie PD Dr. Stefan Welter ließ es sich nicht nehmen, die enge und fachlich anspruchsvolle Zusammenarbeit mit Dr. Stoller zu würdigen. Er hob die klinischen Entwicklungen hervor, die unter gemeinsamer Verantwortung umgesetzt wurden: „Neun Jahre haben wir zusammengearbeitet. Deine Kompetenz als Anästhesist war beeindruckend, und du bist auch in kritischen Situationen immer ruhig geblieben – das habe ich sehr geschätzt. Problematische Fälle und Absprachen wurden stets eingehalten. Wir haben das schonende Operationsverfahren „NI-VATS“ vorangetrieben. Das war anfangs ein bisschen Neuland und ist heute ein qualifizierter Standard in Hemer.“ „NI-VATS“ steht für „Nicht-Intubierte Video-Assistierte Thorakoskopie“, eine fortschrittliche minimal-invasive Operationstechnik in der Thoraxchirurgie. PD Dr. Welter erinnerte zudem an gemeinsame Kurse, Fortbildungen und sogar Freizeitaktivitäten wie Klettern oder Paddeln, für die er dankbar sei.
Nachfolger übernimmt „bestelltes Feld“
Der neue Chefarzt der Anästhesie und operativen Intensivmedizin, Henning Starke, arbeitete bereits seit Juli 2025 als Oberarzt in der Abteilung. „Auch ich möchte mich herzlich bedanken – Sie hinterlassen ein bestelltes Feld, sowohl personell als auch hinsichtlich der Geräte-Ressourcen. Die Anästhesie ist im gesamten Haus ein geschätzter und verlässlicher Partner“, freut sich Henning Starke auf sein neues Tätigkeitsfeld.
Zur Person: Chefarzt Henning Starke
Henning Starke wurde 1984 in Oelde geboren und ist im benachbarten Neubeckum aufgewachsen. Berufliche Stationen führten ihn an das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover und das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. „An der Anästhesie und Intensivmedizin hat mich von Anfang an die Vielseitigkeit des Faches fasziniert. Dazu kommt das interdisziplinäre Arbeiten, das jeden Tag neue Herausforderungen bringt“, beschreibt Henning Starke seine berufliche Motivation. „Die Vorteile des ziel- und teamorientierten Arbeitens in enger Partnerschaft mit den anderen Disziplinen an einer Fachklinik haben mich letztendlich nach Hemer geführt.“
Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Laufbahn zählt Henning Starke unter anderem die Mitarbeit im ARDS-Zentrum Leipzig, den Aufbau des NI-VATS-Programms in Hannover sowie die Einführung eines Programms zur Risikostratifizierung bei Herzunterstützungssystemen. Besonders geprägt haben ihn die Thoraxanästhesie in Hannover und die Arbeit in Bad Oeynhausen.
Fachlich sieht Henning Starke die Zukunft in der minimal-invasiven Anästhesie: „Mein Ziel ist es, so wenig Narkosen wie möglich zu verabreichen, um unsere Patientinnen und Patienten nach operativen Eingriffen schnellstmöglich in den Alltag zurückführen zu können.“ Er plant außerdem den Ausbau von Spontanatmungsoperationen, ultraschallgestützter Regionalanästhesie sowie Programme zur schnelleren Erholung nach Eingriffen.
Auch menschliche Werte stehen für ihn im Mittelpunkt: „Mir sind Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Gleichberechtigung wichtig – fachlich wie menschlich. Vor allem aber möchte ich, dass sich unsere Patientinnen und Patienten verstanden und gut aufgehoben fühlen. Operationen und Narkosen sind einschneidende Erlebnisse, da zählt Empathie.“ Als Ausgleich betreibt der Familienvater leidenschaftlich Radsport: „Ich liebe es, bergauf zu radeln – das gibt mir Energie und Abstand vom Klinikalltag.“


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